Nicht bezahlt: Arzt kann Tier als Pfand behalten

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Deutsche Presse-Agentur

Kann ein Halter die Behandlung seines Tieres nicht bezahlen, darf der Arzt den Vierbeiner oder Vogel unter Umständen als Pfand einbehalten. Darauf weist die Zeitschrift „Ein Herz für Tiere“ hin.

Dieses sogenannte Zurückbehaltungsrecht sei im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) festgeschrieben. Weil aber Tiere im Sinne des BGB keine Sache sind, urteilten Gerichte je nach Situation unterschiedlich.

In einem Fall hatte ein Hobby-Hundezüchter ein Tier wegen eines lebensgefährlichen Milzrisses in die Klinik bringen müssen. Weil er bei der Abholung nur einen Teil der Behandlungsrechnung zahlen konnte, gab die Klinik das Tier nicht heraus. Das Landgericht Mainz billigte diese Vorgehensweise (Az.: 6 S 4/023). Das Tier müsse bei Nichteinhaltung einer Zahlungszusage nur im Ausnahmefall herausgegeben werden - beispielsweise, wenn das Tier besonders auf eine Person fixiert sei. Diese Voraussetzung liege bei einem Züchter aber nicht vor.

Das Amtsgericht Duisburg lehnte dagegen in einem Urteil die „sachrechtliche“ Beurteilung eines Hundes grundsätzlich ab (Az.: 77 C 1709/08), als der Streit zwischen einem klammen Hundehalter und einem Tierarzt vor Gericht landete. Die Kammer befand, dass ein Hund charakterlichen Schaden nehmen könne, wenn er nicht dauerhaft bei seinem Herrchen sei. Der Tierarzt musste den Hund trotz der offenen Rechnung zurückgeben.

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