Neues Warnsystem soll Merklinger Feuerwehr im Einsatz schützen

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Die Merklinger Feuerwehr beim Einsatz am Samstag bei einem tödlichen Unfall auf der A8. Künftig sollen die Kameraden bei solche
Die Merklinger Feuerwehr beim Einsatz am Samstag bei einem tödlichen Unfall auf der A8. Künftig sollen die Kameraden bei solchen Einsätzen durch die neue fahrbare Absperrtafel zur Absicherung von Einsatzstellen geschützt werden. (Foto: Thomas Heckmann)

Mehr Sicherheit für die Feuerwehr im Einsatz: Das ist das Ziel des Merklinger Gemeinderates. Die Mitglieder des Gremiums befürworteten mit drei Enthaltungen in der jüngsten Sitzung nun die Anschaffung eines Warnsystems. Die Form: eine fahrbare Absperrtafel inklusive der Ausstattung zur Absicherung von Einsatzstellen. Zwei Angebote wurden dafür eingeholt. Eines der Firma Nissen für 15 547 Euro und ein zweites der Firma Horizont mit Kosten von 21 024 Euro.

Unterschiede, die sich im Preis widerspiegeln, sind laut dem Feuerwehrkommandanten Rainer Voigtländer die Metall- beziehungsweise Holzverstrebungen des Anhängers. Zudem würde das Produkt der Firma Nissen mit LED-Technik arbeiten. Beim Zweitangebot sei Halogentechnik eingesetzt.

Keine 100-prozentige Sicherheit

Ratsfrau Brigitte Burghardt erkundigte sich, mit welchem Feuerwehrfahrzeug der Anhänger genutzt werden könnte. Das ist laut Voigtländer beim Gerätewagen Logistik (GWL) als auch beim Bus der Fall. Burghardt merkte an, dass eine 100-prozentige Sicherheit für die Einsatzkräfte wohl dennoch nie gewährleistet werden kann. Dem schloss sich das Ratsmitglied Günter Frohring an. Gerade beim Aufstellen oder Abbauen von Warnzeichen könne es zu lebensbedrohlichen Situationen für die Feuerwehr kommen.

Skeptisch stand Ratsfrau Marie-Luise Jakob der Anschaffung entgegen. Sie würde das Geld eher nutzen, um die Kreisverkehre in Merklingen zu verschönern. Immer würde gespart. Das wolle sie nicht weiter mittragen. Kämmerin Manuela Uebele sicherte Jakob zu, dass die Gelder für die Kreisverkehre im Haushalt aufgenommen sind.

Fürsprache hingegen gab es von Jens Dreher. Er sprach sich für das günstigere, erste Angebot der Firma Nissen aus. Dem stimmte auch Ratsherr Hans-Jürgen Betz zu.

Absprachen im März

Die Diskussion wurde bereits einmal im März geführt. Damals hatten sich die Gemeinderatsmitglieder für die Anschaffung ausgesprochen. Dabei ging es noch um eine gebrauchte Absperrtafel. Letztlich habe die Verwaltung sich nochmals bezüglich möglicher Ersatzteile informiert, die es für diese Einheit allerdings nicht mehr gebe. Deswegen sei man von der Idee, die gebrauchte Tafel zu kaufen, abgekommen. Dennoch sieht Bürgermeister Sven Kneipp (parteilos) ein solches Warnsystem als sinnvoll an. Verschiedene Wehren in Baden-Württemberg und Bayern würden diese bereits nutzen – so die Wehren Mundelsheim, Aalen, Unterelchingen oder auch Schnaittach.

Künftig soll es so sein, dass die Feuerwehr die fahrbare Tafel zum Einsatz mitnimmt und als letzte Absperrung nutzt. Die Tafel verlässt also nach dem Einsatz als letztes den Ort. Ausgestattet ist sie unter anderem mit Blaulicht, einem Warnzeichen „Feuerwehr“, Blinklichtern und einem Pfeil, der laut Kneipp allerdings nur mit Genehmigung der Polizei eingesetzt werden darf. Die Feuerwehr in Baden-Württemberg darf nämlich keine Verkehrslenkung vornehmen.

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