Neues Studienfach: „International Engineering“

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Deutsche Presse-Agentur

Andere Länder, andere Sitten. Das merken auch viele deutsche Ingenieure, die im Ausland tätig sind. Zunehmend gefragt sind nicht nur technische Fertigkeiten.

Um in einem fremden Land arbeiten zu können, muss auch Verständnis für Ungewohntes aufgebracht werden. Ein neues Studienfach an der Hochschule Furtwangen im Schwarzwald will angehenden Ingenieuren deshalb nun interkulturelle Kompetenzen vermitteln. Im Oktober beginnt der Studiengang „International Engineering“ am Hochschulstandort Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis). Er ist nach Angaben der Hochschule bundesweit einmalig.

„An Fachwissen mangelt es deutschen Ingenieuren nicht. Aber sie müssen bislang ohne fundierte interkulturelle Kompetenzen losziehen“, sagt Manfred Kühne, der am Standort Villingen-Schwenningen der Hochschule Furtwangen die Fakultät Maschinenbau und Verfahrenstechnik leitet. „Dieser Umstand hat den Start in der Fremde erschwert. Und hier setzen wir an.“ Bedarf sei vorhanden. Die Nachfrage nach Experten, die mobil sind, steige weltweit weiter an.

„Viele Produkte lassen sich nur noch dort entwickeln und realisieren, wo auch produziert wird“, sagt Studiengangsleiter Wolf- Dietrich Schneider. Alleine die hohe Exportquote Deutschlands sorge für einen grenzüberschreitenden Personalaustausch. Auslandserfahrung haben nur wenige. „Bislang absolvieren gerade einmal fünf Prozent der angehenden deutschen Ingenieure ihre Praktika in Asien.“

„Die Absolventen von International Engineering werden hervorragende Ingenieure sein und gleichzeitig als versierte Kenner fremder Sitten und Gebräuche ihr künftiges Unternehmen optimal repräsentieren“, sagt Professor Markus Hoch, Dekan der Fakultät Wirtschaft.

Laut einer aktuellen Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung produziert bereits jedes vierte deutsche Unternehmen in Asien - vorwiegend in China. Bei deutschen Unternehmen im „Reich der Mitte“ sei der Bedarf an technischen Experten groß, die dort in Leitungsfunktionen mit internationalen Teams erfolgreich arbeiteten.

Auf China liegt auch ein Fokus des Studiengangs. „Wer dort in einer hohen Funktion bestehen will, muss mit der asiatischen Mentalität zurechtkommen und wissen, wie er seine Kollegen zu nehmen hat“, sagt Professor Schneider. „Nur wenn das Team funktioniert, kann es mit Erfolg arbeiten.“

Die „International-Engineering“-Studierenden lernen Chinesisch oder Französisch, Englisch und Spanisch. Von ihnen wird die Bereitschaft erwartet, sich auf das jeweilige Land voll einzulassen, ohne jede Vorurteile an ihren neuen Arbeits- und Lebensort heranzugehen. Und im Auslandsaufenthalt eine große Chance zu sehen. „Den Aufstieg in die Chefetage schaffen Ingenieure heute ohne Auslandserfahrung kaum mehr“, sagt Hoch. Die Hochschule sei mit dem neuen Studiengang (Bewerbungsschluss: 15. Juli) damit am Puls der Zeit.

Hochschule Furtwangen: www.hs-furtwangen.de

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