Neues Porsche-Museum: Ein „schwebender“ Auto-Tempel

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Deutsche Presse-Agentur

Im neuen Porsche-Museum sollen die Sportwagen „hochgehoben“ werden, sagt Architekt Roman Delugan aus Wien. Und tatsächlich: Einem weißen Raumschiff gleich „schwebt“ der 140 Meter lange Neubau am Stammsitz des Autobauers in Stuttgart-Zuffenhausen.

Er ruht nur auf drei Stützen. Doch die scheinbare Leichtigkeit trügt: Das Porsche-Museum ist rund 35 000 Tonnen schwer. Nicht nur wegen der rund 80 dort ausgestellten Porsche-Modelle. Sondern wegen der aufwendigen Stahl- und Beton-Konstruktion des Gebäudes. Entstanden ist ein ähnlich spektakulärer Auto-Tempel wie bei Daimler wenige Kilometer weiter in Stuttgart-Untertürkheim. Dort hat das Mercedes-Museum seit Mai 2006 bereits 2,2 Millionen Gäste angelockt.

Ursprünglich sollte das Porsche-Museum 2007 eröffnen. Jetzt werden die ersten Besucher ab dem 31. Januar das „spektakulärste Bauprojekt in der Unternehmensgeschichte“ betreten können, wie es Unternehmenssprecher Anton Hunger nennt. Zwar seien die ursprünglichen Planungen von einer kürzeren Bauzeit ausgegangen, aber bereits Ende 2005 sei klar gewesen, dass die komplizierte Konstruktion mehr Zeit brauche. 100 Millionen Euro Baukosten seien zwar eine „schöne Stange Geld“, aber dafür sei auch ein wunderbares Museum entstanden, sagt Hunger. „Die Kosten halten jedem Vergleich mit einem ähnlichen Bau stand“, ist er sich sicher.

Bislang standen am Porsche-Platz im Norden Stuttgarts nur die Unternehmenszentrale und eine Niederlassung der Sportwagenschmiede. Das mit weiß lackierten Aluminiumplatten und einer spiegelnden Unterseite verkleidete Gebäude soll laut Architekt Delugan vom Büro Delugan Meissl wie ein „Organismus“ sein und eine „Symbiose“ mit der Umgebung eingehen.

Der Besucher betritt das auch innen fast komplett weiße Museum durch ein schmales Foyer im Erdgeschoss und wird dann mit einer Rolltreppe zur 5600 Quadratmeter großen Ausstellung gebracht. Diese beginnt mit dem „Typ 64“, einer 1939 von Ferdinand Porsche konstruierten Karosserie für einen Rennwagen, die von Porsche- Lehrlingen für die Ausstellung nachgebaut wurde. Dann geht es chronologisch von den Anfängen des Konstruktionsbüros Porsche und Arbeiten für Mercedes-Benz oder auch den ersten VW Käfer bis zu den aktuellen Modellen wie dem Porsche 911 oder dem Geländewagen Cayenne.

„Die kühle Architektur steht im bewussten Kontrast zu den eher runden Formen der Porsche-Modelle“, sagt Hunger. „Die Exponate sollen für sich sprechen“, meint HG Merz, der die Ausstellung gestaltet hat. „Da braucht man nichts zu verpacken, das macht man mit billigen Geschenken.“ In dem Museum sind auch eine Werkstatt und ein Restaurant integriert.

Die Besucher können sich zwar nicht in die Autos setzen und die Motoren aufheulen lassen, aber das charakteristische Geräusch der 911er und anderer Wagen können sie sich unter sogenannten Sound- Duschen anhören, in denen der typische Ton mit spezieller Technik nachgeahmt wird. Hunger ist überzeugt, dass nach dem Mercedes-Benz Museum auch Porsche eine Menge Besucher anziehen wird. Der Autobauer rechnet zunächst mit 200 000 pro Jahr.

Das Porsche-Museum im Internet: www.porsche.com/germany/aboutporsche/porschemuseum

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