Neue Trendstudie: Wohnen als persönliche Sinnsuche

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Deutsche Presse-Agentur

Naturbelassenes Holz, verspielt geformter Kunststoff, Design als Kunst und Möbel, die sich den Bedürfnissen der Bewohner anpassen: Das Einrichten entwickelt sich von bloßen Notwendigkeiten immer stärker hin zu einer persönlichen Sinnsuche.

„Das eigene Zuhause wird als Raum für die persönliche Entfaltung zunehmend wichtiger“, sagt der Trendforscher Prof. Peter Wippermann. Auf der internationalen Möbelmesse „imm cologne“ in Köln (noch bis 25. Januar) stellte er die vom Trendbüro in Hamburg erarbeitete dritte „Stilwerk-Trendstudie“ vor.

Im Auftrag des Design-Einrichtungsunternehmens ermittelten die Experten die wichtigsten Stilströmungen, die das Wohnen in den kommenden Monaten und Jahren bestimmen werden. Dabei zeichnet sich bei allen Unterschieden eine große Gemeinsamkeit ab: Das eigene Zuhause wird wichtiger. Geprägt von der durch die Wirtschaftskrise hervorgerufenen Unsicherheit, gelte es, sich emotional zu schützen und ein sicheres Nest zu bauen.

„Wir versuchen, konservativer zu leben und Stabilität in unsere Räume zu bringen“, erklärt Wippermann. Ein Anzeichen dafür seien die schon seit längerem existierenden Retrotrends. Statt lediglich in die 1960er und 1970er Jahre soll es jetzt aber noch wesentlich weiter zurück in die Vergangenheit gehen.

Aus Holzstämmen gesägte Couchtische, Indoor-Feuerstellen und Böden aus rohem Beton muten geradezu archaisch an - der schwere Purismus sei zurückgekehrt. „Gesucht werden Stücke, die man ein Leben lang behalten möchte“, sagt der Trendforscher. Gefragt seien vor allem Unikate. „Die Austauschbarkeit nimmt ab - das persönliche Sammlerstück wird wieder wichtig.“

Auf der anderen Seite hält die Technik noch stärker Einzug in den Wohnbereich als bisher - und das in Verbindung mit Umweltbewusstsein. „Eco Pop“ nennt Wippermann diesen Trend: „Man wird bunt, rund und smart.“ Kräftige Farben treffen hier auf organische, der Natur abgeschaute Formen und neue Materialien wie High-Tech-Kunststoffe. „Plastik stand in den vergangenen zehn Jahren unter Hausarrest, jetzt feiert es neue Triumphe.“

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