Neue Ladesäule für Elektroautos

Lesedauer: 5 Min

Die seit Februar 2016 im Rahmen des Projekts „emma – e-mobil mit Anschluss“ in Wilhelmsdorf aufgestellte Ladesäule für Elektro-
Die seit Februar 2016 im Rahmen des Projekts „emma – e-mobil mit Anschluss“ in Wilhelmsdorf aufgestellte Ladesäule für Elektro-Autos wird zum 1. Juni von einem neuen System der „Stadtwerke am See“ ersetzt. Das neue System spart der Gemeinde Kosten in Höhe von 2400 Euro pro Jahr. (Foto: Herbert Guth)
Herbert Guth

Auf eine neue Grundlage stellt die Gemeinde Wilhelmsdorf ihre Förderung der E-Mobilität. Bei einer Enthaltung beschloss der Gemeinderat den Austausch der bisherigen Stromladesäule und in diesem Zuge die Einführung eines Abrechnungsmodells über die Stadtwerke am See. Die neue Ladesäule wird zum Preis von 5500 Euro netto angekauft. Außerdem fällt künftig eine Servicepauschale von 91 Euro pro Monat an. Die Gemeinde will mit diesem Beschluss auf kommunalpolitischer Ebene weiterhin ein Signal für die Nutzung von Elektromobilität setzen, erklärte Bürgermeisterin Sandra Flucht.

Ganz so unumstritten, wie es nach dem Beschluss ohne Gegenstimme aussehen könnte, war das Thema nicht, wie die Debatte dazu zeigte. Gerhard Haag von der Bürgerliste stellte die provozierende Frage, weshalb eigentlich die Gemeinde für dieses Angebot zahlen solle, und nicht der Betreiber. Ihm sprang Andreas Schelshorn (Freie Wählervereinigung) bei. Er störte sich ebenfalls an dem Geschäftsmodell: „Wir stellen die Infrastruktur und andere verdienen daran.“ Angesichts der schnelllebigen Entwicklungen in diesem Bereich empfand er den Berechnungszeitraum von sieben Jahren als zu lang. Christof Bühler (Bürgerliste) stellte die Überlegung in den Raum, ob nicht ab einer bestimmten Abgabemenge von Strom die Gemeinde an den Einnahmen beteiligt werden könnte. Hans-Jürgen Bauer (Freie Wählervereinigung) erinnerte an den positiven Umwelteffekt beim verstärkten Einsatz von Elektroautos. Außerdem sei ein solches Angebot eine gute Außenwirkung für die Gemeinde, auch im Hinblick auf umweltbewusste Besucher des Naturschutzzentrums. „Tourismus und Naturschutz profitieren von dem Angebot einer Ladesäule.“

Gemeinde kommt günstiger davon

Ann-Kathrin Kraus vom Bauamt legte dar, dass es für Wilhelmsdorf keinen Anbieter gibt, der das Angebot Ladesäule allein stemmen will. „Da ist niemand in Sicht“, bekräftigte Bürgermeisterin Flucht. „Der Markt ist hier noch nicht so richtig vorhanden.“ Kämmerer Stephan Gerster machte eine Rechnung auf, die bei den Räten wohlwollend aufgenommen wurde. Durch das neue System wird die Gemeinde unter dem Strich im Jahr rund 2400 Euro günstiger wegkommen. Ab 1. Juni wird die Kommune keinen Strom an der Ladesäule mehr umsonst abgeben müssen, da es beim derzeitigen System keine Möglichkeit zur Abrechnung gibt. Außerdem musste bisher die Gemeinde die kompletten Wartungs- und Reparaturkosten der störanfälligen Säule übernehmen.

Mit dem Angebot der Stadtwerke am See ist es künftig möglich, eine verursachergerechte und faire Abrechnung auf Kilowattstunden-Basis zu erreichen. Die Stromkosten werden künftig vom Nutzer getragen. Strom-Tanken ist dann mit oder ohne Vertrag möglich. Das Bezahlen wird dann auch mit Kreditkarte möglich sein. Wilhelmsdorf gehört künftig nach der Umstellung zum 1. Juni einem System an, das ein flächendeckendes Ladenetz im Bereich Bodensee-Oberschwaben mit einem Vertrag und einheitlicher Technik bietet, betont der neue Partner Stadtwerke am See. Außerdem wird nach Praxistests versprochen: „Unsere Ladesäulen sind zuverlässig, leistungsstark und haben eine geringe Störanfälligkeit.“ Zu finden ist die Ladesäule an der Riedhauser Straße in Richtung Riedhalle.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen