Die Brücke über den Fluss Aitrach an der Illermündung muss erneuert werden. Die marode Holzbrücke (links) wurde vor zwei Jahren
Die Brücke über den Fluss Aitrach an der Illermündung muss erneuert werden. Die marode Holzbrücke (links) wurde vor zwei Jahren aus Sicherheitsgründen gesperrt und eine Behelfsbrücke aus Metall daneben errichtet. Nun soll das bislang geduldete Provisorium erneuert werden und geht mit einem 1,3 Kilometer langen Geh- und Radweg entlang der Iller zwischen Mooshausen und Aitrach an die Zuständigkeit der Gemeinde. (Foto: Olaf Schulze)
olas und Olaf Schulze

Für eine neue Brücke über die Aitrach an der Illermündung bei Mooshausen und den Grunderwerb eines Geh- und Radwegs entlang der Iller zwischen Mooshausen und Aitrach haben die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig die Weichen gestellt.

In diesem Planungsentwurf ist neben der Baulast der Brücke auch der Erwerb der etwa 1,3 Kilometer langen, derzeit auch als Rad- und Gehweg genutzten und geduldeten Wegstrecke zwischen Mooshausen/Wehr und Aitrach entlang der Iller mit entsprechenden Straßenbauarbeiten enthalten. Eigentümer und Betreiber der Brücke und des „Bewirtschaftungswegs“ war bislang die EnBW. Künftig ist die Gemeinde Aitrach hierfür zuständig, somit liegen Unterhalts- und Verkehrssicherheitspflicht künftig in der öffentlichen Hand. Die Kostenschätzungen für das insgesamt 381 500 Euro teure Gesamtkonzept belaufen sich auf 195 755 Euro für den Brückenbau, 152 722 Euro für den Straßenbau sowie 33 000 Euro für den Grunderwerb.

Darum gibt es die neue Brücke

Bürgermeister Thomas Kellenberger erinnerte an die Geschichte der Brücke über das Flüsschen Aitrach in die Iller – einer wichtigen Wegeverbindung – die vor etwas mehr als 100 Jahren begann und erstmals 1938 in einem Plan ausgewiesen wurde. Vor 20 Jahren wurde dann eine hölzerne Brücke errichtet, und nach deren Sperrung vor zwei Jahren wegen erheblicher Sicherheitsmängel wurde dann daneben als Provisorium eine metallene Behelfsbrücke errichtet. Diese sei jedoch nur eine geduldete Notlösung gewesen und entspräche nicht den geforderten Sicherheitsvorschriften, so Kellenberger. Und da die Brücke aus betrieblichen Gründen für die EnBW nicht mehr benötigt werde, habe sich die Gemeinde im Hinblick auf den Erhalt der Radwegenetzkonzeption des Landkreises entschlossen, Brücke und Weg zu übernehmen. Er unterstrich die Notwendigkeit von Brücke und Radweg für die Bevölkerung und den ebenfalls damit einhergehenden Tourismus. Die Metallbrücke soll drei Meter breit werden, der bestehende „Bewirtschaftungsweg“ soll mindestens 2,5 Meter breit sein.

Hoffnung auf Zuschuss vom Land

Für die Finanzierung des für etwa zwei Jahre geplanten Bauvorhabens sind im Haushaltsplan 2019 bereits 60 000 Euro und im Folgejahr 321 000 Euro vorgesehen. Vom Land erhoffe man sich einen möglichen Zuschuss von 50 Prozent (190 750 Euro) der Gesamtkosten. Eine Asphaltierung ist seitens der Gemeinde nicht gewünscht, was auch von einigen Ratsmitgliedern bekräftigt wurde. Dies mindert die Gesamtkosten um 152 722 Euro. Bemängelt wurde der lange Verfahrensweg des Vorhabens (zwei Jahre) vom Antrag auf Programmaufnahme 9/2019 bis zur Bauausführung 4/2021.

Auch EnBW unterstützt finanziell

Auch Jörg Franke von der EnBW sprach sich gegen eine Asphaltierung des Radwegs aus und begrüßte die künftige Widmung als öffentlicher Weg. Er erinnerte an die bisherige Wegenutzung des Kraftwerkbetreibers und die Duldung des Radverkehrs. Seine Zusage: Sein Unternehmen werde die Maßnahme mit 25 000 Euro unterstützen.

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