Neue Anzeichen für Blitz-Insolvenz von GM

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Deutsche Presse-Agentur

Im Überlebenskampf der Opel-Mutter General Motors (GM) mehren sich die Anzeichen für eine geordnete Insolvenz zur Sanierung. Ein solches Verfahren sei ein möglicher Weg, betonte der neue GM-Chef Fritz Henderson in der Konzernzentrale in Detroit (Michigan).

Die US-Regierung prüft bereits eine spezielle „Blitz-Insolvenz“ statt eines langwierigen Tauziehens vor Gericht. Das Weiße Haus erwägt laut „Wall Street Journal“ eine Aufspaltung von GM und dem ebenfalls notleidenden Wettbewerber Chrysler. In einem geordneten Insolvenzverfahren würden „gute“ und „schlechte“ Unternehmensteile getrennt werden und so ein Neuanfang ermöglicht.

Die von US-Präsident Barack Obama binnen 60 Tagen geforderte Überarbeitung des Rettungskonzepts beinhalte klare Botschaften, sagte Henderson. GM müsse „einschneidender, härter und schneller“ vorgehen als bisher geplant. „Wenn wir das ohne Insolvenzgericht nicht können, dann machen wir es eben mit ihm.“ Klare Präferenz sei eine Sanierung ohne Insolvenz. Henderson warnte zudem, weitere Werksschließungen über die bisher bereits geplanten seien möglich.

An der Börse verlor GM wegen der Angst der Aktionäre vor einer Pleite zur Handelsmitte am Dienstag weitere acht Prozent auf 2,50 Dollar. Am Vortag war sie bereits um sogar 25 Prozent abgestürzt.

Obama hatte den langjährigen GM-Boss Rick Wagoner (56) zu Wochenbeginn zum Rücktritt gezwungen. Henderson (50) war bisher als Vize bereits für das laufende Geschäft zuständig. GM erhielt bislang 13,4 Milliarden Dollar Staatshilfen und will weitere 16,6 Milliarden Dollar haben.

GM konnte bisher bei den unter Hochdruck laufenden Verhandlungen mit Gewerkschaft und Gläubigern nicht die für eine Rettung nötigen massiven Zugeständnisse erreichen. Die Regierung machte dies aber zur Bedingung für neue Finanzspritzen und stellte ein Ultimatum bis Ende Mai.

Über eine geordnete Insolvenz (Chapter 11) können US-Unternehmen für einen Neustart Ballast abwerfen. Arbeitnehmer und Gläubiger müssen für diesen Fall noch weit größere Einschnitte befürchten als bisher gefordert. Die Androhung eines Insolvenzverfahrens durch Obama und GM selbst gilt daher auch als Druckmittel in den Verhandlungen.

Als letztes Mittel erwägt die Regierung nun eine Insolvenz im Schnellverfahren („quick-rinse-bankruptcy“). Dabei könnte dem Gericht ein schon fertiger, von der Regierung mitfinanzierter Plan vorgelegt werden, der das Verfahren drastisch abkürzen würde. Obama selbst hatte angekündigt, dass sich eine von der Regierung vorangetriebene Insolvenz der Autobauer nicht wie sonst oft über Monate oder gar Jahre hinziehen werde.

Im GM-Verwaltungsrat dreht sich derweil das Personalkarussell. Neuer Chef ist bis auf weiteres Kent Kresa (71), der dem Gremium schon angehörte. Die Mehrheit der zwölf Mitglieder wird zudem auf Druck der Regierung in den nächsten Monaten ausgetauscht. Kritiker werfen dem Verwaltungsrat Versagen vor. An dessen Spitze stand bisher auch der geschasste Wagoner. Der Ex-Chef nimmt Berichten zufolge Pensionsansprüche von rund 20 Millionen Dollar (15 Mio Euro) mit.

Der italienische Fiat-Konzern soll unterdessen bei der geplanten Allianz mit Chrysler laut Medien zunächst mit 20 Prozent statt wie ursprünglich geplant 35 Prozent an Bord gehen. Darauf hätten sich die Hersteller und das US-Finanzministerium geeinigt. Obama hat weitere Hilfen für Chrysler von einer Partnerschaft mit Fiat abhängig gemacht und setzte dafür ein Ultimatum bis Ende April. Chrysler alleine sei nicht überlebensfähig.

Der deutsche Daimler-Konzern hält an der nicht börsennotierten früheren Tochter Chrysler noch knapp 20 Prozent. Die Mehrheit gehört dem US-Finanzinvestor Cerberus. Den Besitzern droht im Zuge der Sanierung ein fast völliger Wertverlust ihrer Anteile.

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