Nellinger Homöopathen sind in der Auflösung begriffen

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Der Verein für Homöopathie und Lebenspflege Nellingen steht vor der Auflösung. Viel Wehmut wird in der Luft sein, wenn sich die Homöopathen letztmals zu einer Hauptversammlung treffen, um die Auflösung zu beschließen. Dies soll am Donnerstag, 28. Februar, um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses der Fall sein. Dabei wollen die Mitglieder einen Beschluss zur Auslösung fassen und auch festlegen, was mit dem Vereinsvermögen geschehen soll. Auf ein Liquiditätsverfahren möchten sie verzichten.

„Wir finden schlicht keine Vorstandschaft, die den Verein weiterführen möchte“, erklärt Hannelore Notz, die Vereins-Kassiererin. Trotz intensiver Bemühungen sei es nicht gelungen, eine neue Führungsriege zu bilden. Doch es gebe noch weitere Gründe für die Vereinsauflösung: So sei die Zahl der Mitglieder stark rückläufig, vor allem aufgrund von Todesfällen, Wegzügen oder altersbedingten Austritten. Von 30 auf 21 Personen sei die Zahl der Mitglieder geschrumpft, von denen die meisten ohnehin 75-jährig oder 80-Jährige seien.

„Neue Mitglieder konnten wir nicht gewinnen“, erläutert Hannelore Notz, die zuletzt mit Ilse Fischer und Krimhilde Kießling im Vorstand aktiv war. Frustrierend sei auch der Besuch von Fachvorträgen zur Homöopathie und zur Gesundheit gewesen: Nicht mal eine Handvoll Zuhörer sei gekommen. Selbst ein angebotener Fahrdienst und die Verlegung der Vorträge auf die Nachmittage habe die Zuhörerzahl nicht erhöht. Und auch Vorträge zur Kindermedizin und zu Kinderkrankheiten hätten kaum Familien angelockt, geschweige denn neue Mitglieder gebracht.

„Der Schritt, den homöopathischen Verein aufzulösen, ist uns nicht leicht gefallen. Wir haben lange diskutiert und auch an eine Fusion mit Merklingen gedacht“, berichtet Hannelore Notz, die mit viel Herz an dem Verein für Homöopathie und Lebenspflege Nellingen hing. „Der Schritt ist richtig. Wir sehen wenig Alternativen“, meint sie. Ihre Kolleginnen würden die Sachlage ähnlich sehen. Gespräche über die Zukunft des Vereins habe sie auch mit Bürgermeister Franko Kopp geführt, der den Schritt bedauere. Er wird der wohl letzten Hauptversammlung des Vereins am 28. Februar beiwohnen. Was mit dem Vereinsvermögen geschehe, das sei offen. „Wir wollen es sinnvollen, sozialen Einrichtungen im Ort zukommen lassen“, betont Notz.

Probleme, Nachwuchs und eine Vorstandschaft zu finden, hat nicht nur der Verein für Homöopathie und Lebenspflege Nellingen. Ein Lied davon singen konnten auch die Homöopathen aus Westerheim, die 2010 kurz vor der Auslösung standen, diesen Schritt aber noch bei der Generalversammlung Ende April 2010 abwenden konnten. Die 13 Vereinsmitglieder konnten damals eine dreiköpfige Vorstandschaft finden. Helke Inthoff als Vorsitzende, Dietmar Baumeister als neuer stellvertretender Vorsitzender sowie Ruth Wittinger als Kassiererin waren bereit, den Verein weiterzuführen und bewahrten ihn vor dem Aus.

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