Ndrangheta - der kalabrische Arm der Mafia

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Deutsche Presse-Agentur

Heute gilt die Ndrangheta mit einem geschätzten „Jahresumsatz“ von bis zu 40 Milliarden Euro als eine der mächtigsten Mafiaorganisationen Europas. Als wichtige Einnahmequellen gelten Kokain- und Waffenhandel, Geldwäsche und Erpressungen.

In Deutschland sollen nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts mittlerweile mehrere hundert sogenannte Familien der gefährlichen süditalienischen Organisation aktiv sein. Zu den Rückzugs- und Operationsräumen zählt vor allem das Ruhrgebiet.

Die Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert. Angeblich leitet sich das Wort Ndrangheta vom griechischen „andragathos“ ab, was „tapferer Mann“ bedeutet. In den Ursprungsjahren der sogenannten Ehrenwerten Gesellschaft verdienten die „Tapferen“ ihr Geld vor allem mit Entführungen.

Der Ndrangheta gehören nach unterschiedlichen Schätzungen insgesamt zwischen 7000 und 20 000 Mitglieder an. Die traditionell mächtigsten Familien stammen noch immer aus der Hochburg San Luca. In Kalabrien spielt die Organisation nach wie vor eine große Rolle. Angeblich kassiert sie dort von der Mehrzahl aller Unternehmer den verhassten „pizzo“, das Schutzgeld. Viele andere Firmen sollen direkt in der Hand der Mafia sein.

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