Nazi-Fahnder in Ludwigsburg haben Zweifel

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Deutsche Presse-Agentur

Die Experten der weltweit größten Fahndungsstelle für NS-Verbrechen haben starke Zweifel am Wahrheitsgehalt der Berichte zum Tod des früheren KZ-Arztes Aribert Heim.

„Ich bin noch nicht überzeugt, dass das Ergebnis richtig ist“, sagte der stellvertretende Leiter der „Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ in Ludwigsburg, Joachim Riedel, am Donnerstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Es kann gut sein, dass da jemand an der Nase herumgeführt werden soll.“

„Es könnte tatsächlich sein, dass er längst unter der Erde liegt, aber so lange wir die Leiche des Mannes nicht haben, können wir den Fall sicherlich nicht als vollständig geklärt ansehen“, sagte Riedel. Erst in der vergangenen Woche habe seine Behörde einen anonymen Hinweis erhalten, nach dem Heim in Spanien wohne und lebe.

Zwar habe ihn der jüngste Bericht über den NS-Verbrecher nicht überrascht. „Aber es hat mich zum einen irritiert, dass es angeblich eigenartige und nicht bestätigte Geldflüsse an Heims Sohn gegeben haben soll.“ Zum anderen sei es verwunderlich, dass Heims Familie in Baden-Baden den gesuchten Schergen nicht schon längst für tot erklärt habe. „Diese Konstellation ist eigentlich gut für alle Varianten, auch für die vom Tod Heims“, sagte Riedel. Nicht zuletzt bei der weltweiten Suche nach dem KZ-Arzt Josef Mengele, der 1979 in Brasilien gestorben war, hatte es ähnliche Verwirrungen gegeben. Und auch bei Karl Adolf Eichmann, dem Organisator der Deportation von Millionen Juden in die Lager, seien nachweislich falsche Spuren gelegt worden.

Heims Entkommen 1962 aus seinem Haus in Baden-Baden bis nach Kairo sei „die typische Fluchtgeschichte eines gesuchten NS-Verbrechers“, sagte Riedel. Vorwiegend seien die Nazis nach Südamerika entkommen, nachdem sie viele Jahre in Deutschland unter ihrem richtigen Namen gelebt hatten.

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