„Nachhaltigkeit ist meine Stärke“

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Schwäbische Zeitung

Martin Roth ist ein Mann von stattlicher Größe, seinem Beruf angemessen, trägt er eine dunkelgrüne Jacke mit Hirschhornknöpfen. Wenn er etwas sagt, so tut er das mit Bedacht und ohne “Ähh“ und “Öhh“. Und was macht ihn sonst zum richtigen Mann für den Job im Meersburger Rathaus? „Ich bin der passende Bewerber, weil Nachhaltigkeit zu meinen Stärken zählt.“

Roth stellt in seinen Ausführungen den Bezug zwischen Wald und Gemeinde her. Beides seien komplexe Systeme, in denen es auf langfristiges Handeln ankomme: „Den Baum, den ich heute pflanze, wird jemand erst in hundert Jahren ernten.“ Diese Art des nachhaltigen Denkens fehle in der Politik. „Und ich glaube, dass eine so alte Stadt wie Meersburg genau das braucht.“ Martin Roth ist in Lindau geboren und aufgewachsen. Nach seinem Studium in Rottenburg mit dem Schwerpunkt Forstwirtschaft hat er fünf Jahre als Berufsschullehrer in Gengenbach gearbeitet, bevor er weitere fünf Jahre als Förster in den Südschwarzwald ging. „Dann hat es mich zurück in die Heimat gezogen“, sagt der dreifache Familienvater. Seit zehn Jahren ist Roth für verschiedene Waldstücke in der Ausdehnung von Salem bis Eriskirch zuständig.

Parteilos und kompromissbereit

Aus der Sicht von Martin Roth ist sein Beruf eine gute Grundlage für die Arbeit als Bürgermeister: „Ich muss oft ganz verschiedene Ansichten an einen Tisch und unter einen Hut bringen. Das liegt mir.“ Oft genug gingen etwa die Meinungen auseinander, was mit einem Waldstück zu geschehen habe. Es mache ihm Freude, einen konsensfähigen Kompromiss mit den unterschiedlichsten Positionen zu entwickeln. Martin Roth gehört keiner Partei an. Vor fünf Jahren hat er für die Umweltgruppe für den Gemeinderat Markdorf kandidiert. Allerdings konnte er keines der Mandate erringen. Über weitergehende politische Erfahrungen verfügt er bislang nicht.

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