Nach der Wende: Auf der CeBIT '09 geht es ruhiger zu

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Deutsche Presse-Agentur

Mädchen in Hotpants, Hip-Hop-Dance und ohrenbetäubende Musik - all das wird es auf der Computermesse CeBIT in diesem Jahr kaum noch geben.

Seit die Macher der weltweit größten Computermesse in Hannover im vergangenen Jahr die Wende eingeläutet und eine Fokussierung auf Geschäftsbesucher bestimmt haben, dürfte es auf der CeBIT 2009 ruhiger zugehen. Big Business steht vom 3. bis 8. März im Vordergrund. Aber auch der kleine Mann mit Hang zum Kugelschreiber-Sammeln bekommt noch etwas geboten.

Webciety, so verkündet es die Deutsche Messe AG als Veranstalterin der CeBIT, sei ein wichtiges Schwerpunktthema auf der diesjährigen Neuheitenschau. Webciety? „Das ist ein Kunstwort“, erklärt Pressesprecherin Gabriele Dörries. Zusammengesetzt ist es aus Web und Society, dem englischen Wort für Gesellschaft. „Es geht um die Internetgesellschaft“, so Dörries. Auf der CeBIT spiegle sich wieder, wie webbasierte Anwendungen unseren Alltag zunehmend durchdringen.

Blogs, Wikis und soziale Netzwerke zum Beispiel fallen unter das Stichwort Webciety. Auf der CeBIT zeigt sich laut Dörries auch, dass diese bisher vor allem privat genutzten Anwendungen immer stärker auch in Unternehmen Beachtung finden. Für alle, die sich besonders für die Internetgesellschaft interessieren, ist die Halle 6 als Anlaufpunkt geeignet, da sich dort die „Webciety Area“ befindet.

Wie heute und in naher Zukunft mobil gearbeitet werden kann, ist ebenfalls in Halle 6 zu sehen. Dies ist auch ein Thema, das der Softwareriese Microsoft aufgreift. „Wir zeigen, wie bestimmte Anwendungen auf verschiedenen Plattformen nahtlos genutzt werden können“, sagt Pressesprecherin Inger Paus. Im Bereich „Das neue Arbeiten“ präsentiert Microsoft unter anderem Lösungen für Videokonferenzen, die mit einfachen Mitteln realisiert werden können.

Viele Besucher werden auch wissen wollen, wie Microsofts nächstes Betriebssystem aussieht. „Wir werden Windows 7 in der Beta-Version zeigen“, sagt Paus. Auf dem 100 Quadratmeter großen Consumer-Stand stellt Microsoft auch seinen neuen Browser, den Internet Explorer 8, vor. Und Autofans können einen Fahrsimulator auf Basis des Fiat 500 testen, der zeigt, wie ein gemeinsam mit Fiat entwickeltes Spritspar-System namens eco:drive funktioniert.

Nicht nur die dunklen Wolken der Wirtschaftskrise sind über der IT-Branche aufgezogen, sondern auch Wolken, die aus Software und Services bestehen. Das sogenannte Cloud Computing ist ebenfalls ein wichtiges Thema der CeBIT 2009. Cloud Computing bezeichnet den Umstand, dass es immer mehr Dienste gibt, für die der Anwender keine Software auf dem PC installieren muss - er kann sie einfach mit seinem Browser nutzen.

Vodafone widmet sich dieses Jahr im Arcor-Pavillon der Long Term Evolution (LTE), der designierten Nachfolge-Technologie von UMTS. Vor allem wie LTE funktioniert und was der Anwender davon hat, will Vodafone nach eigenen Angaben deutlich machen.

Wer sich für einen Ausblick darauf interessiert, wie uns die IT in Zukunft bei gesundheitlichen Problemen und Fragen helfen kann, sollte einen Blick in den E-Health-Bereich in Halle 9 werfen, rät Gabriele Dörries. CeBIT-Besucher können auch an Führungen teilnehmen, zu denen sie sich allerdings online vorab anmelden müssen.

Vor dem Hintergrund des viel diskutierten Klimawandels rief die Branche zur CeBIT 2008 quasi unisono die Green IT aus. Fujitsu Siemens will nach Angaben von Marketing-Manager Thomas Karg in diesem Jahr einen PC präsentieren, der im Standby-Modus keinen Strom verbraucht. Gar nicht grün ist hingegen die Tatsache, dass die Eintrittskarte zur Messe in diesem Jahr erstmals nicht mehr als Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr gilt.

Weitere Infos zur Messe: www.cebit.de

Das Messegelände in Hannover ist für Besucher der CeBIT vom 3. bis zum 7. März 2009 in der Zeit von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Am 8. März schließt die Messe um 16.00 Uhr. Tageskarten kosten im Vorverkauf 33 Euro, an der Tageskasse 38 Euro. Dauerkarten kosten 71 Euro beziehungsweise 81 Euro. Ermäßigte Tageskarten sind zum Beispiel für Schüler und Studenten erhältlich - sie kosten 17 Euro.

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