Nähmaschine, Fahrrad, Auto - Die Opel-Geschichte

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Deutsche Presse-Agentur

Opel gehört zu den Pionieren des Automobilbaus in Deutschland. Etappen der Firmengeschichte:

1862: Der Schlosser Adam Opel produziert in Rüsselsheim seine erste Nähmaschine und richtet 1863 seine Werkstatt in einem ehemaligen Kuhstall ein.

1886: Opel nimmt die Fahrradproduktion auf - zunächst mit Hochrädern.

1899: Das erste Automobil rollt aus der Fabrik in Rüsselsheim. Der Kraftwagen nach Plänen des Dessauer Erfinders Friedrich Lutzmann leistet 3,5 PS und fährt Tempo 20.

1901: Das erste Opel-Motorrad wird gebaut. Es kostet 700 Mark.

1909: Opel entwickelt ein wendiges Fahrzeug für den Mittelstand: den „Doktorwagen“. Ärzte können damit leichter zu Patienten kommen.

1924: Als erster deutscher Hersteller führt Opel Serienproduktion mit Fließbandtechnik ein. Erstes Modell ist der nur in grün lieferbare „Laubfrosch“, offizielle Bezeichnung „Opel 4/12 PS“.

1928: Mit steigenden Verkaufszahlen an Pkw und Lkw ist Opel der größte deutsche Autohersteller. Der „Raketenwagen“ RAK 2 erreicht auf der Berliner Avus 238 Stundenkilometer - ein Rekord.

1929: Die Familie Opel verkauft die Firma für rund 120 Millionen Reichsmark an das US-Unternehmen General Motors (GM).

1944: Im Zweiten Weltkrieg wird das Rüsselsheimer Werk schwer getroffen, die Fabrik in Brandenburg fast völlig zerstört. Opel hatte zahlreiche Blitz-Lkw-Modelle und Teile für die Wehrmacht produziert.

1947: Die Pkw-Produktion beginnt wieder - mit einer überarbeiteten Version des Vorkriegsmodells Opel Olympia.

1962: Der erste Opel Kadett läuft im neuen Werk in Bochum vom Band.

1970: Es folgt das erste Manta-Coupe.

1971: Der zehnmillionste Opel vom Band ist ein Rekord Caravan.

1993: Opel zeigt seinen zu Volkswagen gewechselten ehemaligen Chef- Einkäufer José Ignacio López wegen Industriespionage an. 1997 schließen VW und General Motors einen Vergleich. VW zahlt 100 Millionen US-Dollar.

1998: Der deutsche Marktanteil fällt nach Qualitätsproblemen und Konflikten mit der Muttergesellschaft auf den vorläufigen Tiefpunkt von rund 14 Prozent.

2004: Radikaler Sanierungskurs bei GM. Bei der deutschen Tochter werden bis 2006 rund 10 000 Stellen gestrichen.

2005: Der Betriebsrat und das Opel-Management unterschreiben einen „Zukunftsvertrag“, der die Existenz der Opel-Werke in Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern bis 2010 sichern soll. Die Adam Opel AG wandelt sich von einer Aktiengesellschaft zu einer GmbH.

2008: Nach Absatzeinbruch und massiven Verlusten ruft Opel als erster deutscher Autohersteller den Staat zu Hilfe. Eine Bürgschaft von Bund und Ländern soll das Unternehmen stützen.

2009: Opel arbeitet an einem Konzept zur Trennung von dem schwer angeschlagenen Mutterkonzern.

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