Musikerziehung: Ideale Lebenshilfe für junge Menschen

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Deutsche Presse-Agentur

Eine intensive musikalische Ausbildung ist nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern die ideale Lebenshilfe für junge Menschen. Dies ergab eine Gehirnforschungsstudie der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

„Das Erlernen eines Instruments und gemeinsames Musizieren schafft beste Voraussetzungen, damit junge Leute zu geistig und emotional ausgereiften Menschen heranwachsen“, sagte die Intendantin der Hofer Symphoniker, Ingrid Schrader. Sie bezog sich dabei auf die Ergebnisse der Studie. Im Vergleich zu Nichtmusikern glänzten die Schüler der orchestereigenen Musikschule mit überdurchschnittlich guten schulischen, sportlichen und beruflichen Leistungen.

Der Leiter der Studie, der Gehirnforscher Ernst Pöppel, sieht deshalb in der Vernachlässigung der musikalischen und künstlerischen Ausbildung ein gesellschaftliches Problem. Deshalb biete die Studie auch Ansätze für die Lösung von Problemen wie Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen, für den Kampf gegen den Werteverfall und die Entsolidarisierung bis hin zur immer schwieriger werdenden Integration von Ausländern.

In der bundesweit einmaligen Studie wurde 18 Monate lang die mentale, emotionale und soziale Kompetenz junger Musiker mit der von Nichtmusikern verglichen. Nach Schraders Angaben entwickeln die jungen Musiker und Sänger ein auffallend positives Sozialverhalten, das auch am außergewöhnlich starken Engagement der Schüler für gemeinnützige Ideen sichtbar werde. „Die musische Erziehung hat offensichtlich zur Folge, dass auch die Fähigkeit für emotionale Erlebnisse, für den Aufbau von Beziehungen und für die Entwicklung von sozialen Werten wie Verantwortung und Solidarität erheblich gefördert wird“, betonte die Intendantin.

An der Musikschule der Hofer Symphoniker werden seit 30 Jahren rund 1000 Kinder und Jugendliche von den 100 Orchestermusikern unterrichtet. Zum Vorzeige-Projekt ist nach Angaben der Intendantin auch das seit sechs Jahren laufende Experiment mit sogenanntem Perkussions-Unterricht an einer Grundschule mit einem extrem hohen Anteil von Ausländerkindern geworden. Im gemeinsamen Rhythmus der Schlaginstrumente steige das Konzentrationsvermögen der Kinder. Auch das Aggressionspotenzial werde abgebaut. Zudem erlernten die Kinder soziale Kompetenzen wie Zuverlässigkeit, Fairness und die Fähigkeit zur Integration.

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