Multivisionsshow: Wo Tradition auf Moderne trifft

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Claudia Steckeler

Seit 25 Jahren ist der Orient für den Fotojournalisten Hartmut Fiebig neben Deutschland und Afrika zur dritten Heimat geworden. Mit seiner Multivisionsshow „Oman & Emirate – Übermorgenland“ hat er die Besucher in der gut besuchten Stadthalle Tuttlingen mit auf eine Reise in die zwei Staaten genommen, die viel miteinander teilen, aber unterschiedlicher nicht sein können.

In seiner Live-Multivision präsentierte Fiebig nicht nur beeindruckende Fotos aus dem Orient, sondern untermauerte mit einer informativen, aber auch humorvollen Moderation seine vielfältigen Eindrücke. Dabei gelang es ihm die Gegensätzlichkeit der beiden Staaten aufzuzeigen: auf der einen Seite die modernen Vereinigten Arabischen Emirate, „die den Weltrekord im Weltrekord anstreben“, auf der anderen Seite der Oma, der die orientalischen Traditionen bewahrt. Zwei „Inseln der Stabilität und Sicherheit“ innerhalb Arabiens, die ohne Bedenken bereist werden könnten.

Fasziniert zeigte sich Fiebig davon, wie in diesen Staaten Tradition und Moderne aufeinander treffen. Wobei er angesichts der Glitzerwelt der Emirate die Augen nicht davor verschloss, dass die Länder Überwachungsstaaten seien und von fester Hand regiert würden. „Manchmal hatte ich das Gefühl, dass der einheimischen Bevölkerung, die übrigens nur 16 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht, das Glücklichsein offiziell verordnet wurde“, bemerkte Fiebig.

Vorausschauend hätten die Regenten bereits vor 60 Jahren das Geld aus dem Öl in die fleißigsten Hände und klügsten Köpfe investiert, so dass die Bildung der eigenen Bevölkerung, der Wohlstand, das Hochglanzgesicht des modernen Orients unwahrscheinlich schnell wachsen konnte. Die Emirate, vor allem die Metropolen Dubai und Abu Dhabi, gelten heute als Drehscheibe des globalen Handels, als Sinnbild für luxuriöse Shopping Malls und boomenden Tourismus.

Fiebrig begab sich aber auch in die Nebenviertel, die Schmelztiegel des modernen Babel. An die Stätten, wo die restlichen 84 Prozent der Bevölkerung, die Gastarbeiter, die unterschiedlichen Kulturen und Religionen in friedlichem Miteinander leben und die Besonderheiten ihrer Länder miteinbringen: Speisen, Feste, Bekleidung und vieles mehr.

Facetten aus 1001 Nacht

„Wenn man den Orient erleben will, dann muss man in den Oman fahren“, stellte Fiebig fest. Die Reise dorthin führte zunächst durch die weiteren fünf Emirate des Staatenbundes, Fujairah, Ras al Khaimah, Ajman, Sharjah und Um al-Quwain an die Gebirgspitze in den kleinen Ort Al Hasab an der Straße von Hormus, die den persischen vom arabischen Golf trennt. Auf der weiteren Reise zur Hauptstadt Maskat (Oman) präsentierte Fiebig mit Bildern von Wanderdünen, historischen Bauwerken, Berbern, Kamelherden, traditionellen Viehmärkten, einsamen Gebirgswüsten und fruchtbaren Gärten weitere Facette des Märchens aus „1001 Nacht“.

„Durch die Weitsicht, Güte und Weisheit seines Sultans Qaboos bin Said Al-Said bietet der Oman seiner Bevölkerung heute Wohlstand und ein angenehmes Leben. Wobei die übermittelten Traditionen bewahrt und gelebt werden, die kulturelle Identität, trotz aller technischen Neuerungen, nicht beschädigt wurde“, betonte Fiebig. Dies zeige sich in der zum Teil mediterran anmutenden zurückhaltenden Bebauung und der traditionsbewussten Kleidung.

„Die Omanis lieben den Wohlduft“, bemerkte Fiebig und verwies darauf, dass diese die begehrte Handelsware Weihrauch bereits schon auf einer der ältesten Handelsrouten der Welt vom indischen Ozean zum Mittelmeer transportiert hätten. Noch heute sei das bedeutendste Zentrum des Weihrauchhandels in Salala zu finden. Früher nahm der Weihrauch übrigens die Stellung des Öles ein, denn er wurde im Handel mit Gold aufgewogen. Gerade im Hinblick auf die versiegenden Ölquellen käme dem Handel und dem Tourismus für die Zukunft des Oman eine große Bedeutung zu, stellte Fiebig fest.

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