Multifunktionsgeräte: Was DVD-Festplatten-Rekorder können

Lesedauer: 5 Min
Deutsche Presse-Agentur

Der Videorekorder hat mit dem DVD-Festplatten-Rekorder einen legitimen Nachfolger bekommen, der nicht nur aufnehmen kann. Doch viele Anwender sind von der Technik überfordert und nutzen nur einen Bruchteil der Funktionen.

Bevor der Zuschauer die erste Sendung aufzeichnet, muss er den DVD-Festplatten-Rekorder mit dem Fernseher verkabeln. „Der Rekorder gehört mit dem Fernseher und der Antenne verbunden“, erklärt Michael Wagner vom Hersteller Panasonic in Hamburg. Die Kabel haben entweder einen Scart-Anschluss oder einen HDMI-Stecker, der digitale Übertragung ermöglicht. „Die meisten Geräte sind sowohl mit digitalem als auch mit analogem Anschluss kompatibel“, sagt Tim Bosenick vom Unternehmen Sirvaluse in Hamburg, das technische Geräte auf ihre Benutzerfreundlichkeit überprüft.

„Die drei wichtigsten Aufnahmemodi sind die Direktaufnahme, die zeitversetzte Aufnahme und die Serienaufnahme“, erklärt Bosenick. Für eine direkte Aufnahme reiche es meist aus, einfach den Aufnahmeknopf zu drücken. Interessant sei aber vor allem die zeitversetzte Aufnahme. „Der Konsument kann sich damit von der Vorgabe des Fernsehprogramms lösen.“ Darüber hinaus ließen sich Sendungen mit der Serienaufnahme immer zur gleichen Zeit aufnehmen - etwa immer eine bestimmte Serie mit festem Sendeplatz.

Besonders hilfreich ist dafür ein EPG, eine Art elektronische Programmzeitschrift. „Der Benutzer hat ein übersichtliches Programm-Menü, aus dem er auswählt, was er in den nächsten Tagen aufnehmen möchte“, erklärt Roland Seibt vom Technikmagazin „Video“ in Poing bei München. Diese Funktion sei besonders nützlich für Serienaufnahmen - wird aber nur von den wenigsten genutzt. „Etwa 80 Prozent der Nutzer nehmen nur direkt auf und speichern einfach ab“, so Bosenick.

Eine weitere zentrale Funktion ist das Brennen und Archivieren von Sendungen auf DVD. „Wenn jemand Serien sammelt, lohnt es sich, die Folgen auf DVD zu brennen“, sagt Bosenick. Die Kapazitäten sind der eingebauten Festplatte sind schließlich begrenzt. Wer ein größeres Archiv aufbauen will, macht dies am besten auf DVD.

Bei der Wahl der richtigen Aufnahmequalität kommt es auf die Ansprüche des Kunden an, erklärt Technikexperte Seibt. Am besten sei es aber, zunächst in der besten Qualität aufzunehmen - falls man eine Sendung ohnehin nur einmal schaut. Beim Archivieren auf DVD biete sich dann das „flexible recording“ an, erklärt Wagner. „Beim Brennen wird die Qualität des Bildes dabei genau an die Kapazität des Rohlings angeglichen.“ Dies sei ein guter Mittelweg zwischen hoher Bildqualität und ausreichendem Speicherplatz.

Kaum genutzt werde auch das Ordnerarchiv auf der Festplatte selbst, erklärt der Usability-Experte. Das eignet sich nicht nur für Fernsehsendungen. „Man kann seinen Camcorder anschließen und eigene Videos auf dem Rekorder archivieren“, erläutert Roland Seibt. Auch Fotos von einer Digitalkamera ließen sich auf das Gerät überspielen. Es sei außerdem praktisch und einfach, sich ein Musikarchiv anzulegen und Musik direkt über den Rekorder abzuspielen. Er eignet sich damit für fast alle digitalen Unterhaltungsformate.

EPG steht für Electronic Program Guide. Dieser digitale Programmführer zeigt auf dem Fernseher eine Übersicht aller Sendungen, die in den kommenden Tagen laufen. Bei analogem Fernsehen wird das Programm von dem Unternehmen Guide Plus aufbereitet und komplett über Eurosport an die Endgeräte gesendet. Das funktioniert auf allen Fernsehern gleich. Bei DVB-T sendet jeder Sender automatisch die Programmdaten mit und das EPG stellt alles zusammen. In der Programmübersicht sind auch zusätzliche Infos zu den Sendungen angegeben - ähnlich wie beim Videotext, nur mit größerem Vorlauf.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen