Motorradtreffen: Auf zwei Reifen nach Wielandsweiler

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Weiteste Anreise, breitester Hinterreifen &Co. (von links): Peer und Elvira Briddigkeit, Edgar Trapp, Lina Weitzel, dahinter Cor
Weiteste Anreise, breitester Hinterreifen &Co. (von links): Peer und Elvira Briddigkeit, Edgar Trapp, Lina Weitzel, dahinter Cordula Sorg, Anke Saar (größte Gruppe) und Joachim Arold. (Foto: Manfred Ehrle)
Manfred Ehrle

Offensichtlich hat es nicht nur am beständigen Wetter, sondern vielmehr an der heimeligen Atmosphäre gelegen, dass am Wochenende noch mehr Biker als sonst den Weg zum Motorradtreff nach Wielandsweiler gefunden haben. „Knapp 400 dürften es in diesem Jahr schon gewesen sein“, tippte Organisatorin und Gastwirtin Cordula Sorg.

Erstmalig war Silke Neubert mit ihrer Honda „Africa Twin“ dabei und lobte gleich den „familiären und gechillten“ Charakter dieser Veranstaltung. „Es ist halt viel entspannter als bei Club- oder Rockertreffen“, meinte die Pforzheimerin. Dagegen kommt Horst Stakelies aus Eschwege schon seit 35 Jahren an den Wielandssee. „Es ist jedes Mal, wie nach Hause kommen“, sagt der 66 jährige begeistert. In diesem Jahr ist er mit seinen drei Söhnen da, die wiederum ihre Kinder als Sozius auf den Maschinen mitgebracht haben. „Ich will, dass diese Tradition weitergeht, denn bei uns haben alle Benzin im Blut“, schmunzelt Stakelies.

Auf den Bierbänken im Gastgarten der Wielandsweiler Traube gesellten sich abends Jung und Alt. Überall das Thema: Motorrad. Man kennt sich von anderen Treffen dieser Art, aber so wie hier ist es anscheinend nirgends. Zelt oder Schlafplatz schlagen fast alle auf der Wielandsweiler Halde auf und genießen die deftig schwäbische Kost. Tagsüber fährt man anspruchsvolle Touren im Allgäu und in Vorarlberg. Geduscht wird in einem am Gasthauseck angebauten Verschlag; ganz diszipliniert der Reihe nach – und natürlich mit Kaltwasser.

Großen Applaus gab es am Samstagabend für Cordula Sorg und ihr Team. Traditionell wurden auch wieder verschiedene Prämierungen ausgelobt. Der Preis für den jüngsten Teilnehmer ging an Lina Weitzel (19 Jahre) aus Ingelheim am Rhein. Ältester Teilnehmer dagegen war Edgar Trapp (79) aus Bad Kreuznach, der schon verlauten ließ, der auch zum 80. Geburtstag wieder mit seiner 1200er BMW vor Ort sein will. Die weiteste Anreise hatten erneut die Harley-Fahrer Elvira und Peer Briddigkeit aus Berlin, die knapp zehn Stunden für die 760 Kilometer gebraucht hatten. Eine Flasche hausgebrannten Schnaps gab es für die größte teilnehmende Gruppe, die mit 31 Bikern aus Bad Kreuznach kam. Joachim Arold fuhr mit dem breitesten Hinterreifen aus Wäschenbeuren an und konnte dafür auch einen Preis ergattern. „Natürlich ist es anstrengend“, sagt Gastgeberin Cordula Sorg in ihrem Fazit, „aber es macht auch Spaß mit diesen friedlichen und fröhlichen Gästen.“

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