Motorik- und Sprachprobleme: Jungs öfter betroffen

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Deutsche Presse-Agentur

Jungen leiden einer AOK-Erhebung zufolge häufiger unter sprachlichen oder motorischen Störungen als Mädchen. Unter den bei der AOK versicherten Sechsjährigen habe 2007 mehr als jeder fünfte Junge (21,2 Prozent) eine Sprachtherapie erhalten.

Bei den Mädchen war es nur rund jede Siebte (14,7 Prozent), berichtet das Wissenschaftliche Institut der AOK aus dem Heilmittel-Bericht 2009. In Ergotherapie befanden sich in dem Jahr 13,2 Prozent der sechsjährigen Jungen, aber nur 5,4 Prozent der gleichaltrigen Mädchen.

Eine Ursache für den Unterschied sei vermutlich, dass Jungen stärker unter Bewegungsarmut litten, sagte der stellvertretende Institutsleiter Helmut Schröder. Sie säßen häufiger vor dem Fernseher oder dem Computer. Möglicherweise mache sich bei ihnen auch deutlicher bemerkbar, dass sich Kinder zuhause häufig nicht richtig austoben könnten.

Allgemein würden seit Jahren immer mehr Sprach- und Ergotherapien verschrieben - bei Jungen wie bei Mädchen. Die Schulzeit werde zunehmend verknappt, erklärte Schröder. Es sei daher wichtig, dass eventuelle Probleme bereits vor der Grundschule behandelt würden. Kinderärzte und Kindergärten achteten verstärkt und auch früher auf sprachliche oder motorische Auffälligkeiten. Sprachtherapien etwa sollten nicht erst beim Übergang zur Schule begonnen werden, sondern bereits mit drei bis vier Jahren.

Heilmittelbericht 2009: wido.de/heilmittel_2009.html

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