Moritat vom irren Severin erinnert an rätselhaften Todesfall

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 Moritat vom irren Severin: Von einer historischen Drehorgel begleitet, trägt Martin Schaeffer am 12. Mai im Freilichtmuseum Vog
Moritat vom irren Severin: Von einer historischen Drehorgel begleitet, trägt Martin Schaeffer am 12. Mai im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof die wahre Geschichte aus dem Einbachtal als Moritat vor. (Foto: Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof)
Schwäbische Zeitung

Bühne frei für Martin Schaeffer heißt es am Sonntag, 12. Mai, im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach. Im Rahmen der Heuboden-Akademie um 11 Uhr erinnert das Museum im Stil eines historischen Bänkelgesangs an einen tragischen Todesfall aus dem Jahr 1835.

Mit Martin Schaeffer ist die Rolle des Bänkelsängers an der selbstgespielten Drehorgel laut Pressemitteilung „ideal besetzt“. Der Lehrer, Kommunalpolitiker und gefragte Moderator ist schon in vielen Sätteln gerecht geworden. Wie man ihn noch aus Zeiten der legendären Formation „Speck & Freibier“ kennt, zeigt er sich im Vogtsbauernhof als charaktervoller Sänger und gefühlvoller Interpret einer schwerblütigen Ballade. Mit Frack und Zylinder trägt er eine auf wahren Ereignissen beruhende Geschichte aus dem Hausacher Einbachtal vor.

Die von Thomas Hafen getextete Moritat vom irren Severin erinnert an einen rätselhaften Todesfall, für den ein mittelloser Knecht namens Severin in Kerkerhaft bitter büßen musste. Ob es vielleicht nur ein tragisches Unglück oder aber wirklich ein heimtückischer Mord war, gilt bis heute als ungeklärt. Wie eine alte Sage ist das tragische Ereignis einst von einer Generation an die nächste weitergegeben und immer wieder variiert worden. Als bleibendes Zeugnis davor dient der für das Todesopfer aufgestellte Gedenkstein, der im Jahre 1972 zusammen mit dem Kinzigtäler Speicher in das Museum versetzt wurde. Direkt an diesem historischen Tatort wird die Mordgeschichte nach fast 200 Jahren nun lebendig. Im Dachgeschoss des Gebäudes, von dem aus einst der tödliche Schuss abgefeuert wurde, ist die Moritat seit diesem Jahr auch als filmische Installation zu sehen.

Bei der Live-Aufführung wird der Künstler Wolfram Paul aus Altensteig zugegen sein, der die Geschichte laut Mitteilung „ausdruckstark und stilecht“ als Moritatentafel gestaltet hat. In einer offenen Malwerkstatt für Familien wird der Künstler nach der Aufführung kleinen und großen Künstlern beim richtigen Pinselstrich zur Hand gehen.

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