Miteinander reden
Miteinander reden (Foto: Roland Rasemann)
stellv. Redaktionsleiter

Wie geht friedliches bis freundschaftliches Miteinander, auch wenn es ums Geschäft geht? Wenn man diese Grundsatzfrage für den Markt in Bad Saulgau beantworten wollte, müssten drei Bedingungen erfüllt sein. Notwendige Veränderungen müssten nachvollziehbar und gerecht sein, Hau-Ruck-Entscheidungen aber sollten tunlichst vermieden werden. Basta-Entscheidungen von einer Woche auf die andere tun der Würde des Kaufmanns und der Kauffrau nicht gut. Einig sind sich nämlich alle, dass der Markt Menschen in die Stadt bringt, die hier Obst, Gemüse, Käse, Fisch, Kräuter oder Tee kaufen. Der Markt belebt die Innenstadt.

Im Gegenzug müssen Geschäftsinhaber am Marktplatz während der Marktzeiten am Samstag- und Mittwochmorgen mit Einschränkungen wie zugestellten Schaufenstern leben. Manche Geschäftsinhaber akzeptieren das bereits seit vielen Jahren. Angenehm dürfte dieses Opfer im Dienst der Innenstadt dennoch nicht sein. Plätze vor Cafés werden frei gehalten. Mag sein, dass, wer für den Platz zahlt, auch Anspruch auf freie Sicht auf das Geschäft hat. Auch das frisch an den Marktplatz gezogene Kaufhaus Linder’s möchte das. Es ist nichts Verwerfliches daran, sein Recht durchzusetzen. Weil ihm ein Käsewagen den Zugang zu sehr zugestellt hat, wandte sich der Betreiber an die Tbg und die Stadt. Die hatte, die unangenehme Aufgabe, Interessen auszugleichen. Die Tbg wies dem Käsewagen einen neuen Platz zu.

Das geht alles in Ordnung. Nur, wer aufeinander angewiesen ist, sollte vor allem eins: miteinander reden. Doch auch das gehört zur Wahrheit: Der Käsewagen ist in Bad Saulgau geblieben. Es gibt noch viele neue Chancen, das friedliche und freundschaftliche Miteinander auf dem Marktplatz zu pflegen, auch in gechäftlichen Dingen.

r.multer@schwaebische.de

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