Mit Stift und Papier: Neue Beete jetzt planen

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Deutsche Presse-Agentur

Winterzeit ist Planungszeit. Wenn es für die Hände im Garten nichts zu tun gibt, kann der Kopf sich ausgiebig mit ihm beschäftigen. Ob es um ein neues Staudenbeet oder einen blühenden Saum für die Hecke geht - in Gedanken lässt sich das gut ausmalen.

Damit es in der Realität auch so schön wird, heißt es gründlich planen und auf dem Papier skizzieren. Damit sich alle Pflanzen vernünftig eintragen lassen, hat sich ein Maßstab von 1 zu 10, 1 zu 20 oder 1 zu 25 für Pflanzpläne bewährt. 1 zu 10 heißt, 1 Meter im Garten entspricht 10 Zentimetern auf dem Papier, bei 1 zu 20 sind es 5 Zentimeter, bei 1 zu 25 nur noch 4 Zentimeter. Wer die Umrechnerei mühsam findet: Im Handel gibt es Maßstabslineale, auf denen sich die Maßstäbe direkt ablesen lassen.

Karopapier erleichtert das exakte Eintragen der Maße. Für den ersten Entwurf wird erst einmal dünnes, durchscheinendes Skizzierpapier oder Butterbrotpapier über das Blatt mit den Umrissen gerollt. Darauf lässt sich mit Bleistift festhalten, was an Ideen durch den Kopf schießt. Im Ausschlussverfahren geht es an die ersten Vorstellungen. Was passt zum Standort? Entsprechend den Vorgaben entsteht eine Liste, in der die Lieblingspflanzen markiert werden.

Herrlich ist beispielsweise das Blau der Staudenclematis 'Arabella', die über Wochen unermüdlich blüht. Zu ihr würden die stattlichen weißen Königskerzen (Verbascum chaixii 'Album') passen.

Clematis wie Königskerze sind so markant, dass sie die Aufgabe der Leitstauden im Beet übernehmen. Sie bekommen die besten Plätze und werden auf dem Skizzierpapier schon mal als Kreise eingezeichnet, die der endgültigen Größe der Pflanzen entsprechen. Wie die sich ermitteln lässt? Als Faustzahl gelten für Solitärstauden je nach Wuchsdynamik 45 bis 75 Zentimeter Abstand. Gruppenstauden brauchen 35 bis 40 Zentimeter Platz. Mittlere Bodendecker liegen bei 25 bis 30 Zentimetern. Für Steingartenstauden gelten 15 bis 20 Zentimeter.

Also bekommen Clematis und Königskerze jeweils ihren Kreis von rund 45 Zentimeter Durchmesser. Aber noch fehlen die passenden Begleiter. Die Salvie (Salvia nemorosa 'Caradonna') eignet sich prima. Geradezu aufregend wirkt daneben der purpurfarbene Armenische Storchschnabel (Geranium psilostemon 'Ann Folkard'). Aber seine glühende Farbe braucht ein wenig Besänftigung, etwa in Gestalt eines Teppichs aus fünf niedrigen, weißen Storchschnäbeln (Geranium sanguineum 'Album').

Die Farben Blau, Violett, Purpur und Weiß bestimmen nun das Sommerbild des Beetes. Aber stimmt das Bild überhaupt, das eben so schnell auf dem Papier entstanden ist? Blühen die Pflanzen tatsächlich zusammen? Der Blick in das Gartenbuch oder in den Staudenkatalog bringt Klarheit: Ja, die Blütezeiten überschneiden sich weitgehend. Aber was passiert davor und danach? Welche Frühjahrsblüher könnten passen? Was übernimmt die Vorherrschaft im Spätsommer oder Herbst, und was geschieht im Winter?

Mit jeder Antwort auf die Fragen wird die Struktur des Beetes konkreter. Schließlich herrscht Klarheit. Der fertige Pflanzplan kann sauber in den Grundriss gezeichnet werden. Dann heißt es warten, bis es im Frühjahr endlich losgeht mit dem Pflanzen.

Die meisten Stauden werden als junge Pflanzen angeboten, die zwar rasch einwurzeln, aber noch weit von ihrer künftigen Größe entfernt sind. Damit das Beet nicht kahl wirkt, bieten sich Ein- oder Zweijährige als Lückenfüller an. Sie bringen bereits Farbe ins frisch bepflanzte Beet und besetzen Plätze, die sonst das Unkraut erobern würde. Am besten eignen sich Arten, die sich ihren Wildcharakter bewahrt haben wie Marienglockenblume (Campanula medium), Einjähriges Mädchenauge (Coreopsis tinctoria), Bunte Margeriten (Chrysanthemum carinatum) oder Bechermalve (Lavathera trimestris).

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