Mit Planung die Traumküche einrichten

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Deutsche Presse-Agentur

Eine fehlerhafte Planung kann die Traumküche zum Albtraum werden lassen: Unnötig lange Wege zwischen den verschiedenen Arbeitsbereichen, zu niedrige Arbeitsflächen, fehlender Stauraum oder mangelhaftes Licht sind typische Fehler.

„Küchenmöbel werden statistisch betrachtet 15 Jahre und mehr genutzt“, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef in Nordrhein-Westfalen. „Bei einer solch langfristigen Anschaffung, die oft mit hohen finanziellen Investitionen verbunden ist, sollte man sehr sorgfältig planen und die eigene Lebenssituation ebenso wie persönliche Gewohnheiten dabei mitbedenken.“

Wer einen kompletten Küchenblock mit Ober- und Unterschränken, Arbeitsplatte, Spüle, Herd und Kühlschrank kauft, hat in der Regel den geringsten Planungsaufwand. „Diese Blöcke werden in Prospekten oft zu sehr günstigen Preisen angeboten“, sagt die Möbelexpertin Doris Haselmann aus Nürnberg. Die Materialien, Scharniere, Schubladenführungen und Elektrogeräte von Küchenblöcken seien allerdings meist sehr einfach. Eine solche Einrichtung sei sinnvoll, wenn ein Umzug absehbar ist.

„In der Regel kann ein kompletter Küchenblock an die eigenen Raumbedürfnisse anpasst werden, indem weitere Teile zugekauft oder nicht benötigte Elemente des Blocks weggelassen werden“, erläutert Haselmann. Ein Standardmodell zu erweitern ist jedoch nicht zwangsläufig die beste Lösung für kleines Geld. „Auch mit einem engeren Budget lassen sich individuell geplante Einbauküchen verwirklichen“, sagt Geismann. Voraussetzung sei allerdings Kompromissbereitschaft, etwa bei der Auswahl der Fronten und dem Verzicht auf teure Extras.

„Am Anfang sollte jeder Käufer kalkulieren, wie viel Geld er für die neue Küche ungefähr ausgeben will“, rät die Fachfrau. Diese Summe sollte, damit keine unrealistische Traumküche auf dem Zeichenpapier oder bei der Computersimulation entsteht, schon zu Beginn eines Beratungsgesprächs offen genannt werden. Um exakt planen zu können, brauche der Küchenberater möglichst einen Grundriss mit Türöffnungen, Fenstern, Heizkörpern und Anschlüssen. Hilfreich seien auch digitale Fotos des Küchenraums.

Damit die Küchenarbeit gut von der Hand geht und der Rücken nicht überanstrengt wird, spielen die Aufteilung und die Ergonomie eine wichtige Rolle. „Für einen reibungslosen Arbeitsablauf sorgt eine Planung nach den einzelnen Funktionszonen“, erklärt Haselmann.

Die Zonen Aufbewahren, Spülen, Vorbereiten und Zubereiten werden idealerweise für Rechtshänder von links nach rechts angeordnet - und für Linkshänder von rechts beginnend nach links. Um Rückenschmerzen vorzubeugen, sollte die neue Küche die richtige Höhe für die Arbeitsplatte haben.

Wichtig ist außerdem die Stauraumplanung. „Ein Vier-Personen-Haushalt benötigt in der Küche Platz für rund 250 Kilogramm Geräte, Geschirr und Kochutensilien“, nennt Haselmann einen Erfahrungsgrundsatz. „Schon beim Küchenkauf sollte man sich darüber klar sein, welche Gegenstände in den neuen Küchenmöbeln untergebracht werden. Am besten sollte bereits vorher eine Liste der Dinge zusammengestellt werden, die in der Küche Platz finden müssen.“

Beim Küchenkauf widmen Verkäufer den Möbeln oft mehr Aufmerksamkeit als der technischen Ausstattung. „Käufer sollten sich genau überlegen, welche Geräte sie in der Küche wirklich benötigen“, sagt Claudia Oberascher von der HEA-Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung in Berlin. In den vergangenen Jahren habe es viele Neuentwicklungen gegeben. Deshalb sei es ratsam, im Küchenstudio zur Probe zu kochen. So könne man feststellen, ob Geräte wie Dampfgarer, Mikrowelle oder Minibackofen zum persönlichen Lebensstil passen.

Viele Küchenverkäufer arbeiten auf Provisionsbasis und wollen Käufer nicht selten zur schnellen Unterschrift drängen. Die Kunden sollten darauf jedoch nicht eingehen. „Auch wenn eine konkrete Küchenplanung auf den ersten Blick gefällt, sollte man sie in Ruhe nochmal überdenken“, empfiehlt Ursula Geismann vom Verband der deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef. Bei Küchen-„Superangeboten“, die angeblich an den Tag gebunden sind, rät Geismann ebenfalls, stur zu bleiben und sich Zeit für eine wohlüberlegte Entscheidung zu nehmen.

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