Mit Carsharing und Bio-Essen den CO2-Ausstoß senken

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Deutsche Presse-Agentur

Wer seinen persönlichen CO2-Ausstoß senken will, sollte vor allem die Wärmedämmung seines Hauses verbessern. Die Gebäudeisolierung habe dabei herausragende Bedeutung, sagte Michael Bilharz vom Umweltbundesamt in Dessau.

Wie dringlich die Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen aus Sicht von Experten ist, hatte der US-Forscher Christopher Field bei einer Tagung (12. bis 16. Februar) in Chicago betont. Field, der dem Weltklimarat IPCC angehört, erklärte, dass der Ausstoß des Treibhausgases von 2000 bis 2007 noch schneller gestiegen sei als von Experten vorhergesagt.

Großes Einsparpotenzial birgt laut Bilharz aber auch der Umstieg auf biologisch produzierte Lebensmittel. Zwar spare noch mehr, wer weniger Fleisch isst. Aber das sei eine „genussfeindliche Fastenregel“, die zudem schwer kontrollierbar sei. „Wenn Leute auf die Bioschiene umgestiegen sind, essen sie automatisch weniger Fleisch, einfach weil es zu teuer ist“, so der Forscher, der sich in mehreren Veröffentlichungen mit nachhaltigem Konsum beschäftigt hat.

Auch den Vorsatz, weniger Auto zu fahren, hält Bilharz für schwer durchzuhalten: „Wer nicht mehr mit dem Auto zum Bäcker fährt, fühlt sich toll. Aber der nächste Besuch bei der 500 Kilometer entfernt lebenden Verwandtschaft macht alle Einsparungen sofort wieder zunichte“. Effektiver sei es, ein Drei-Liter-Auto zu fahren oder ganz auf das eigene Auto zu verzichten. Eine probate Alternative sei das sogenannte Carsharing, die gemeinschaftliche Nutzung eines Autos.

Grundsätzlich sei es bei den CO2-Einsparungen vor allem wichtig, langfristig zu wirken und anderen Menschen ein positives Beispiel zu geben, sagte Bilharz. Schließlich ließen sich Gewohnheiten nicht so einfach von heute auf morgen ändern. „Sie glauben recht schnell, dass sie besser leben und konsumieren. De facto passiert aber mit Ihrem CO2-Ausstoß wenig“, so Bilharz. Sinnvoll und lohnend könne dagegen die Investition in erneuerbare Energien sein: „Wer einmal 10 000 Euro in Windkraft investiert, ist auf einen Schlag CO2-neutral“. Auch Mieter könnten sich an Solaranlagen oder Windrädern beteiligen.

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