Mini Cabrio: Der kleine Sonnenschein

Lesedauer: 8 Min

Mini-Fans können schon mal Schirmmütze, Sonnenbrille und -creme bereit legen. Denn nachdem der Generationswechsel fast zwei Jahre hinausgezögert wurde, bringt BMW nun endlich die Neuauflage des Cabrios an den Start.

Eine Portion Frischluft ab 22 500 Euro

Der Frühling beginnt für die Mini-Händler am 28. März - und für die Kunden bei 22 500 Euro. Dafür gibt es einen ebenso charmanten wie offenherzigen Viersitzer, der mit seinem freundlichen Design auch vor grauem Himmel die Sonne scheinen lässt. Und sobald sich die Regenwolken verzogen haben und beim Mini die Hüllen fallen, wird einem endgültig warm ums Herz. Denn zum sportlichen Fahrerlebnis kommt dann eine gehörige Portion Frischluft, die einem alle Sorgen aus dem Kopf bläst.

Erst Schiebedach, dann komplett offen

Wie beim Vorgänger setzt Mini dafür auf ein ausgeklügeltes Textilverdeck, das man etappenweise öffnet. Bedient man den liebevollen Kippschalter hinter dem Innenspiegel ein Mal, zeigt sich wie bei einem Schiebedach nur ein kleiner Streifen Himmel und durch den Innenraum weht ein laues Lüftchen. Kippt man den Schalter ein zweites Mal, faltet sich die schwarze Stoffmütze binnen 15 Sekunden hinter den Rücksitzen zusammen, die Scheiben sinken in die Türen - und zwischen den Passagieren bricht ein mittlerer Orkan los. Sobald man allerdings die Seitenfenster schließt, die Klimaanlage aufdreht und die Sitzheizung die Kehrseite wärmt, wird das Cabrio bei gemächlicher Gangart zum veritablen Wintersportler, der keine Kälte fürchten muss.

Die Höcker hinter der Rückbank sind verschwunden

Die größte Neuerung sieht der Fahrer im Rückspiegel: Statt der beiden hässlichen Höcker hinter der Kopfstützen schützt die Passagiere bei einem Überschlag jetzt ein ausfahrbarer Überrollbügel. Die neue Lösung sieht nicht nur eleganter aus und erlaubt nach hinten eine bessere Übersicht. Mit ihr wächst obendrein die Durchladeluke: Klappt man die beiden Hälften der Rücklehne um, schluckt der Mini nun 660 Liter. Ohne die Erweiterung bleibt der Kofferraum allerdings bescheiden. Um 5 Liter gewachsen, stehen bei offenem Dach nur 125 und geschlossenen 170 Liter zur Verfügung. Für zwei kleine Koffer und die Winterjacken reicht allerdings auch das.

Auf der Rückbank lieber Koffer statt Kinder

Obwohl die Entwickler am Verdeck gefeilt haben und die zweite Mini-Generation ein paar Zentimeter länger wurde, darf man vom Cabrio keine Raumwunder erwarten. Zwar würden vorne wahrscheinlich auch Basketball-Profis sitzen können, und das Stoffdach bietet sogar geschlossen genügend Kopffreiheit. Doch wer das Lenkrad nicht zwischen Kinn und Knie klemmt, kann die Rückbank nur als bessere Ablagefläche nutzen - aber wer fährt im Mini schon zu viert?

Wie bei der Rallye Monte Carlo

Für gehörigen Fahrspaß stehen neben dem luftigen Zuschnitt vor allem die Motoren, bei denen BMW hoch einsteigt und mit dem 88 kW/120 PS starken Cooper beginnt. Wer auf den Alpenpässen aber Motorsport-Legende Rauno Aaltonen nacheifern will, der 1967 im Ur-Mini die Rallye Monte Carlo gewann, sollte für 4000 Euro mehr den Cooper S bestellen. Dann treiben Turbolader und Direkteinspritzung die Leistung des 1,6-Liters auf 128 kW/175 PS und das maximale Drehmoment auf 260 Nm. Während der Auspuff kräftig röhrt, schießt der Mini auf trockenem Asphalt davon wie eine Rennsemmel. In 7,4 Sekunden beschleunigt er auf Tempo 100 und Schluss ist erst bei 222 km/h. Nur bei nassem Untergrund hat er trotz seines straffen Fahrwerks und der präzisen Lenkung bisweilen seine liebe Mühe, die ganze Kraft auf die Straße zu bringen. Stattdessen wirft dann der eingebaute Schleuderschutz den Anker und bremst allzu wilde Fahrer lieber ein.

Auch der Sportler kann sparen

Zwar wurde der Mini gerade als Cooper S auf Vergnügen getrimmt und zählt gegen Aufpreis mit einem „Always-Open-Timer“ sogar die Sonnenstunden im Autofahrerleben. Doch bleibt die Vernunft nicht auf der Strecke: Nicht nur wegen der Direkteinspritzung, sondern auch weil das Auto unter anderem Bremsenergie zurückgewinnt, den Motor an der roten Ampel automatisch stoppt und dem Fahrer einen Schalthinweis gibt, ist der Verbrauch um rund ein Viertel gesunken. Allerdings ist der britische Charmeur so verführerisch, dass man den Normwert von 6,4 Litern (CO2-Ausstoß: 153 g/km) nur mit viel Disziplin erreicht.

Mit dem Generationswechsel hat Mini ein paar Schwächen des Vorgängers entschärft und ein paar Stärken noch besser herausgearbeitet. Doch obwohl alles neu ist am Cabrio, ist es ganz das Alte geblieben: Es sieht schmuck aus und bietet jede Menge Fahrspaß. Es ist ein bisschen enger als die Konkurrenzautos, und vor allem ist es ein bisschen teurer. Aber selbst daran haben sich die Mini-Kunden ja längst gewöhnt.

DATENBLATT: Mini Cooper S Cabrio Motor und Antrieb: Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer mit Turbo Hubraum: 1598 ccm Max. Leistung: 128 kW/175 PS bei 5500 U/min Max. Drehmoment: 260 Nm bei 1600-5000 U/min Antrieb: Frontantrieb Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe

Maße und Gewichte Länge: 3699 mm Breite: 1683 mm Höhe: 1414 mm Radstand: 2467 mm Leergewicht: 1230 kg Zuladung: 430 kg Kofferraumvolumen: 125-170 Liter

Fahrdaten Höchstgeschwindigkeit: 222 km/h Beschleunigung 0-100 km/h: 7,4 s Durchschnittsverbrauch: 6,4 Liter/100 km Reichweite: 780 km CO2-Emission: 153 g/km Kraftstoff: Super Schadstoffklasse: EU4

Kosten Basispreis der Modellreihe: 22 500 Euro Grundpreis des Cooper S: 26 500 Euro Typklassen: liegen noch nicht vor Kfz-Steuer pro Jahr: 108 Euro/Jahr (alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke)

Wichtige Serienausstattung Sicherheit: ESP, Front- und Seiten-Airbags Komfort: Elektrisches Verdeck, elektrische Fensterheber

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