Mike Singer geht mit „Trip“ musikalisch auf Reise

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Mike Singer
Mike Singer wohnt noch bei seinen Eltern. (Foto: Patrick Seeger / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Jürgen Ruf

Mike Singer macht Musik, wenn er Lust darauf hat. „Das ist eigentlich fast immer und oft auch mitten in der Nacht“, sagt der 19-Jährige. Einen weiten Weg muss er zum Musizieren und Komponieren nicht zurücklegen. In seinem Kinderzimmer hat er ein Musikstudio eingerichtet. Hier entstehen Melodien und Texte.

Singer, der bei seinen Eltern im baden-württembergischen Offenburg lebt, ist einer der erfolgreichsten Nachwuchsmusiker in Deutschland. Mit „Trip“ hat er jetzt sein drittes Album veröffentlicht.

„Er ist so süß“, schreit ein Mädchen, als der deutsche Popsänger am Rande eines Auftritts Selfies mit Zuschauern macht und Autogramme gibt. Kreischende Fans ist Singer gewohnt. Seit seinem Start als Musiker hat er sich einen Namen als Teenie-Star gemacht. Er wird, wohl auch wegen des Äußeren, „der deutsche Justin Bieber“ genannt.

Der Vergleich mit dem international bekannten kanadischen Sänger beunruhige ihn nicht, sagt Singer in seiner Heimatstadt Offenburg im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: „Aber ich bin ein eigenständiger Mensch. Und das möchte ich mit meiner Musik deutlich machen.“ Dazu soll auch das neue Album dienen.

„Trip“ ist Singers drittes Album, die beiden ersten Alben kamen 2017 und 2018 auf den Markt. Es entstand auf Reisen, die der Offenburger mit seiner Band und anderen Musikerkollegen unternahm. „Wir haben Ideen gesammelt und daraus 80 bis 90 Songs gemacht. Zwölf von ihnen sind auf dem Album.“ Die Videos zur Musik wurden unter anderem im US-Spielerparadies Las Vegas gedreht, sie geben den Liedern das passende Flair. Und erzählen von Singers bisherigem Weg.

Mit „Trip“ bleibt Singer seiner musikalischen Linie treu, entwickelt sie aber weiter, ist hörbar abwechslungsreicher und etwas experimentierfreudiger als früher. Er singt, wie bisher auch, in deutscher Sprache. Seine Musik spricht mit ihren Rhythmen und Texten vor allem die Zielgruppe an: Teenager und junge Erwachsene, die ins Leben und die erste Liebe starten. Pop ist die Grundlinie, betont und stark sind Hip-Hop-Einflüsse. Musikalische Richtungen, die naturgemäß nicht jeden ansprechen und meist betont im Mainstream spielen.

Singer, der seit seinem ersten Album 2017 beim Plattenlabel Warner Music unter Vertrag ist, konzentriert sich mit dem neuen Album hörbar auf den Geschmack seiner Fans. Und diese sind ihm treu, wie eine Sprecherin der Plattenfirma sagt. Er gehöre zu den erfolgreichen deutschsprachigen Künstlern. Seine ersten beiden Alben waren in Deutschland nach Erscheinen wochenlang an der Spitze der Charts.

„Mike Singer ist übrigens mein richtiger Name“, erzählt der Sänger, der somit einen Künstlername nicht braucht. 2013 nahm er im Fernsehen an der Castingshow „The Voice Kids“ teil. Seit 2015 tritt er als Musiker auf. Vor allem über die sozialen Netzwerke hat er früh ein Millionenpublikum erreicht. „Als ich erstmals 60.000 Follower bei Instagram hatte, habe ich das mit meinen Eltern gefeiert“, erinnert er sich. Offenburg, Singers Heimatstadt, hat 60.000 Einwohner.

„Als ich mein erstes Album veröffentlicht habe, war ich 16 Jahre alt. Ich bin seither reifer geworden“, sagt Singer. Dies zeige er mit dem neuen Album. Musik habe ihm geholfen, seine Schüchternheit zu überwinden. „Mit 14 war ich sehr schüchtern und habe darunter gelitten.“ Es sei für ihn schwierig gewesen, Kontakte zu knüpfen. „Die Musik und natürlich auch der musikalische Erfolg haben mir Selbstbewusstsein gegeben.“ Davon profitiere er heute.

Wenn er vom Musikmachen, von Videodrehs und Auftritten erzählt, sagt Singer „Wir“ und nur selten „Ich“. Er sehe sich als Teammusiker - und freue sich, mit anderen gemeinsam Musik zu machen.

Von Ende September an geht Singer mit seiner Band und dem Album „Trip“ auf Tour in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei steht er auch als Mädchenschwarm auf der Bühne. „70 Prozent des Publikums ist weiblich“, sagt er, ohne dies bewerten zu wollen.

Auf Reisen, das verdeutlicht der Titel des Albums, will Singer bleiben. Auch wenn er Heimweh habe, wie er sagt: „Wenn ich unterwegs bin, vermisse ich mein eigenes Bett und Mamas Essen.“

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