Memminger Airport-Gegner befürchten Nachtflüge

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Die Airport-Gegner fordern die Schließung des Memminger Airports.
Die Airport-Gegner fordern die Schließung des Memminger Airports. (Foto: Klose)

Der Memminger Flughafen sollte schnellstmöglich stillgelegt werden: Das haben Vertreter der Initiative „Bürger gegen Fluglärm“ bei einer Pressekonferenz in Benningen (Unterallgäu) gefordert.

Der Flugverkehr am Allgäu-Airport würde nicht nur die Umwelt mit Lärm und CO2 belasten, sondern sei zudem ein Minusgeschäft. Daran würden auch die bislang stetig gestiegenen Passagierzahlen nichts ändern. „Das Experiment muss abgebrochen werden“, unterstrich Professor Dieter Buchberger von der Bürgerinitiative.

Deren Vorsitzende Gabriela Schimmer-Göresz rechnet zudem damit, „dass der Region als nächstes Nachtflug ins Haus steht“, der dem Flughafen mehr Einnahmen bescheren soll. „Wir bereiten uns jedenfalls darauf vor, dass der Airport eine Ausdehnung der Flugzeiten beantragen wird“, sagte Schimmer-Göresz und betonte, dass die Initiative dagegen freilich Protest einlegen werde. Bisher darf auf dem Allgäu Airport von 6 bis 22 Uhr gestartet und gelandet werden.

Mit Blick auf den zum November angekündigten Rückzug der Fluggesellschaft Air Berlin vom Memminger Flughafen sprach Buchberger von einer absehbaren Entwicklung. Schließlich habe sich bereits vor mehr als fünf Jahren „die Fachwelt geschlossen gegen den Allgäu Airport ausgesprochen“, da er betriebswirtschaftlich nicht tragfähig sei.

Daran ändert in Buchbergers Augen auch die Verlautbarung der Flughafenbetreiber nichts, dass der Airport 2009 beim operativen Geschäft rund 35. 000 Euro Gewinn gemacht habe. Das operative Geschäft umfasst neben dem Flugbetrieb unter anderem die Parkplatz-Bewirtschaftung und die Gebühren von Privatfliegern. Laut Buchberger gehört zu einer Gewinn- und Verlustrechnung aber mehr als das operative Geschäft. „So muss beispielsweise ein Häuslebauer nicht nur für Heizung, Wasser und Strom aufkommen, sondern zugleich Kredite samt Zinsen abbezahlen“, sagt Buchberger: „Und das kann der Flughafen nicht.“

Deswegen könne eine Insolvenz „nur durch weitere Nachschüsse der Flughafen-Gesellschafter abgewendet werden“, glaubt Buchberger. Auch seien weitere öffentliche Zuschüsse „wahrscheinlich unumgänglich“. Letztlich kommt er zu dem Schluss: „Der Flughafen Memmingen entwickelt sich zu einem Fass ohne Boden.“

Für eine Schließung des Airports spricht nach Ansicht des Flughafengegners zudem, dass von dort mehr Einheimische wegfliegen als Touristen dort landen. „Das schwächt unsere lokale Kaufkraft“, sagt Buchberger. Den niedrigen sogenannten Incoming-Anteil bei den Passagieren würden mittlerweile auch Tourismus-Experten bestätigen.

Indes vermeldet die Fluglinie Ryanair, die 16 Strecken von Memmingen aus bedient, dass zumindest in den Wintermonaten der Anteil der Allgäu-Besucher über 60 Prozent betrage.

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