Medizinische Notfälle bei Fasnetsumzug: Verdacht auf Einsatz von K.o.-Tropfen

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Ein Dachschild mit der Aufschrift Notarzt
Bei dem nächtlichen Fasnetsumzug in Ahausen von Freitag auf Samstag wurden innerhalb kürzester Zeit auffällig viele medizinische Notfälle gemeldet. (Archiv-Bild) (Foto: Lino Mirgeler / DPA)
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Bei dem nächtlichen Fasnetsumzug in Ahausen von Freitag auf Samstag wurden innerhalb kürzester Zeit auffällig viele medizinische Notfälle gemeldet, wie die Polizeidirektion Ravensburg Schwäbische.de auf Nachfrage bestätigt.

Insgesamt hatten demnach sechs Personen teils über erhebliche Kreislaufprobleme und sogar Gedächtnisausfälle geklagt. Mitunter kam es sogar zum Kreislaufzusammenbruch.

Meldung über Herzstillstände ist falsch

Herzstillstände, wie es in einem Facebook-Beitrag des Narrenvereins Goldkäfer Mimmenhausen vermeldet wurde, habe es aber nicht gegeben, erklärt der Polizeisprecher.

In der Tat stehe aber in drei Fällen der Verdacht auf K.o.-Tropfen im Raum, zumindest könne der Einsatz dieser Mittel nicht ausgeschlossen werden.

In den drei anderen Fällen sei aber auch erheblicher Alkoholkonsum im Spiel gewesen, welcher Grund für die Kreislaufprobleme gewesen sein könnte. 

Veranstalter informiert Umzugsteilnehmer

Der Veranstalter des Fasnetsumzuges hatte nach den Vorfällen noch am Abend die Teilnehmer der Veranstaltung zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen und dafür sensibilisiert, Getränke nicht offen und unbeaufsichtigt stehenzulassen.

Die Polizei hat Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen.

Je nach Dosierung und körperlicher Verfassung können K.o.-Tropfen Schwindel und Übelkeit verursachen und die Opfer willenlos, manipulierbar und bewusstlos machen. Ein Filmriss am nächsten Tag ist oft die Folge.

K.o-Tropen nur schwer nachweisbar

Wie häufig Übergriffe durch K.o.-Tropfen in Baden-Württemberg vorkommen, dazu gibt es keine verlässlichen Zahlen, da hierzu keine spezielle Erfassung erfolge, wie Horst Haug vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg in einem früheren Artikel auf Rückfrage von Schwäbische.de erklärte.

Ein Nachweis von K.o.-Tropfen gilt als äußerst schwierig, da der Körper die Tropfen innerhalb weniger Stunden vollständig abbaut.

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