Medien: Berlin will Konjunkturprognose senken

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Deutsche Presse-Agentur

Die Bundesregierung will nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung (Dienstagausgabe) ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr deutlich zurücknehmen.

Wie das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise meldet, geht das Bundeswirtschaftsministerium intern von einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in Deutschland um vier bis 4,5 Prozent aus. Der Einbruch würde damit doppelt so stark ausfallen wie bisher angenommen.

Im Januar hatte das Wirtschaftsministerium noch einen BIP-Rückgang von 2,25 Prozent für 2009 vorausgesagt. Bei der Prognose sei aber ein leichtes Wachstumsplus im vierten Quartal 2009 unterstellt worden. Eine solche Entwicklung sei aber nun sehr unwahrscheinlich, hieß es laut der Zeitung. Die Bundesregierung legt ihre neue Konjunkturprognose Ende April vor.

Der weltweite Einbruch beim Handel wird indes nach Einschätzung der Welthandelsorganisation (WTO) in diesem Jahr bei neun Prozent im Vergleich zu 2008 liegen. Der durch die Wirtschaftskrise ausgelöste Einbruch sei der größte seit dem Zweiten Weltkrieg, teilte die WTO am Montag in Genf mit.

Allein die Exporte der Industriestaaten dürften um zehn Prozent fallen, wogegen die Entwicklungs- und Schwellenländer nur einen Einbruch um zwei bis drei Prozent verzeichnen dürften. WTO-Generaldirektor Pascal Lamy warnte davor, den Handel über protektionistische Maßnahmen weiter einzuschränken.

Insgesamt werde weltweit die Produktion erstmals seit den 30er Jahren sinken, erklärte die WTO. Die Organisation ist deutlich pessimistischer als etwa der Internationale Währungsfonds (IWF), der einen Rückgang von knapp drei Prozent erwartet. 2008 hatte der Handel noch einen Zuwachs um 15 Prozent verzeichnet, wobei Deutschland und China fast Kopf an Kopf bei den Exporthöchstmarken lagen.

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