„Mausarm“: Ergonomische Computermäuse helfen

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Deutsche Presse-Agentur

Etwa 10 bis 20 Prozent aller Computernutzer haben Beschwerden bei der Arbeit mit Mäusen. „Vor allem die Wiederholung stereotyper Bewegungen kann zu chronischen Erkrankungen führen“.

Das erklärt der Arbeitspsychologe Hardo Sorgatz von der Technischen Universität (TU) Darmstadt. Fachleute sprechen vom RSI-Syndrom, im Volksmund auch „Mausarm“ genannt. Die Hersteller ergonomisch gestalteter Produkte versprechen Abhilfe. Doch mancher treibt dabei Unfug mit dem Begriff „ergonomisch“. „Es gibt keine harten Kriterien für eine ergonomische Maus“, sagt Peter Röbke-Doerr von der Zeitschrift „c't“. Eine entsprechende Aussage auf der Verpackung garantiere also für nichts.

Und so ist zumindest keine Maus von vornherein unergonomisch. „Kurzfristig kann man mit jeder Maus arbeiten, problematisch wird es bei einer langen Dauer ohne Pause oder motorische Abwechslung“, erläutert Hardo Sorgatz.

Eine Möglichkeit der Entlastung ist die Anschaffung einer symmetrisch geformten Maus, so dass man nach Belieben zwischen linker und rechter Hand wechseln kann“, sagt Ahmet Cakir, Leiter der privaten Forschungsgesellschaft Ergonomic Institut für Arbeits- und Sozialforschung in Berlin.

Wer sich auf eine Hand festlegt, kann zu einer Maus mit angeschrägter Auflagefläche greifen. Es gibt unterschiedliche Kippwinkel - bei über 45 Grad spricht man von einer Vertikal-Maus. „Sie entspricht der natürlichen Haltung besser als herkömmliche Mäuse“, erklärt Sorgatz.

Den Experten zufolge lässt sich nicht pauschal sagen, welches ergonomische Gerät bei welcher Beschwerde am sinnvollsten wäre. Entscheidend ist, womit der Nutzer selbst am besten klar kommt. Aus Sicht von Cakir und Sorgatz kann zum Beispiel ein Trackball, der mitunter 100 Euro und mehr kostet, hilfreich sein. Dabei handelt es sich quasi um eine umgedrehte Kugelmaus. Bewegt wird dabei die Kugel, um den Mauszeiger zu steuern.

Zudem empfehlen die Experten ein unter Grafikern übliches Tablet samt kabellosem Stift. „Aufgrund der langen Kulturerfahrung mit Stiften ist diese Variante ergonomisch deutlich vorteilhafter“, sagt Hardo Sorgatz. Hilfreich ist auch, dass es sich um ein sogenanntes absolutes Zeigegerät handelt. „Das Tablet bildet die Monitorfläche 1:1 ab. So sind nicht mehrere Rollbewegungen wie bei Mäusen nötig, um die gewünschte Stelle zu erreichen“, erläutert Cakir.

Ebenfalls ausprobierenswert sei eine sogenannte Rollermaus. Sie mutet an wie eine Handballenauflage für eine Tastatur. Kernstück ist eine Rolle in der Mitte, die sich beidhändig nach links und rechts verschieben und anklicken lässt. „Von Vorteil ist, dass man den Arm nicht seitlich strecken muss“, sagt Cakir.

Es gibt weitere Maus-Alternativen, doch Hardo Sorgatz empfiehlt Schmerzgeplagten, den ganzen Arbeitsplatz auf den Prüfstand zu stellen: „Es ist ein Irrglaube, dass ein neues Gerät allein für Linderung sorgt“. Oft fördere „unergonomisches Verhalten“ das Leiden. Dazu zählen eine falsche Sitzhaltung oder eine ungünstige Tischhöhe.

„ergo online“: www.ergo-online.de

„RSI online“: www.rsi-online.de

„RSI-Syndrom“: www.rsi-syndrom.de

Oft lässt sich erst nach gewisser Zeit herausfinden, ob es sich mit einer bestimmten Maus gut arbeiten lässt. Eine Testphase vor dem Kauf ist daher sinnvoll. Manche Händler bieten die Möglichkeit, Geräte ausführlich zu testen und - sollte man damit nicht klarkommen - zurückzusenden.

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