Mama Esel und Papa Ox – extrem familientauglich

Redakteur Aalen

Der Organisationsaufwand scheint immens, aber er lohnt sich. Gut 130 Schülerinnen und Schüler der Aalener Greutschule erlebten am Donnerstagvormittag die Premiere des neuen Weihnachtsstücks des Aalener Stadttheaters im KubAA. Natürlich alles coronakonform, mit Maske, fein in Grüppchen aufgeteilt, stürmten die Kinder den Theatersaal, um Norbert Ebels „Ox & Esel – eine Art Krippenspiel“ zu erleben. Am Ende – im Theater eher ungewöhnlich – mussten die beiden Darsteller sogar zu einer Zugabe nochmals raus.

Es ist tatsächlich ein Spiel mit der Krippe. Mama Esel und Papa Ox entdecken in der Futterkrippe von „LieferOx.de“ ein Baby. Ox hat Hunger, Esel soll her – die beiden benehmen sich wie ein altes Ehepaar. Bei der Schulpremiere übernahmen Anne Klöcker und Philipp Dürschmied die Rollen, in wechselnder Besetzung werden auch Manuel Flach und Julia Sylvester bei den insgesamt 36 Vorstellungen ins Geschehen eingreifen. Auch die Musiker wechseln sich ab, am Donnerstag bediente Christian „Chrischie“ Steiner Keyboard, Gitarre und Mikro, bei weiteren Aufführungen kann auch Axel Nagel diesen Part übernehmen.

Klar orientiert sich auch Norbert Ebels Stück an der Weihnachtsgeschichte, „und Jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seiner Stadt“. Doch damit erschöpfen sich die Parallelen zum klassischen Krippenspiel schon. Mit viel (Wort-)Witz und Klamauk bringt die Inszenierung von Winfried Tobias den Kindern die wahren Inhalte der Weihnachtserzählung näher.

Und noch vieles mehr. Die Rollen sind klar verteilt: Ox (Dürschmied) schuftet den ganzen Tag und hat Hunger, da nervt der „sabbernde kleine Schreihals“ nur, Esel (Klöcker) soll sich ums Baby kümmern, das nicht nur nach Milch schreit, sondern bald auch zu tropfen anfängt. „Mach, dass es aufhört“, fordert Ox, der, sehr zur Freude der Kinder, auch mal rülpst und auf dem Sofa furzt. Und dann stehen vor der Tür auch noch die Soldaten des Herrn Rodes und die drei heiligen Könige, die nach einem gewissen Matthias suchen, dem sie Geschenke bringen wollen. Kurzum: Ox und Esel schließen das Menschenkind ins Herz, entdecken ihre Schutzinstinkte und knobeln nach manchen Diskussionen und Verfolgungsjagden schließlich aus, wer wann das Kind füttert und versorgt.

Für Lacher und Trubel ist bis zum Happyend gesorgt. Kein Wunder also, dass nach gut einer Dreiviertelstunde die drei Akteure mit viel Geklatsche, Gejohle und Getrampel von den 130 jungen Zuschauern für eine Zugabe noch einmal auf die Bühne geholt wurden und dieser Aufforderung mit einer improvisierten Tanz- und Gesangseinlage auch gerne nachkamen. Fazit: extrem familientauglich!

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