Möglicher Protest gegen BrawnGP

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Deutsche Presse-Agentur

Der Formel 1 droht noch vor dem ersten Rennen der erste offizielle Protest - und auf der Anklagebank wäre ausgerechnet das Überraschungsteam BrawnGP.

Neben dem Nachfolge-Team von Honda wird auch den beiden Rennställen der deutschen Piloten Nico Rosberg (Williams) und Timo Glock (Toyota) von der Konkurrenz vorgeworfen, einen illegalen Diffusor an ihren Autos zu verwenden. Dadurch wird die Aerodynamik verändert.

„Der bringt fünf Zehntel pro Runde. Sieben Teams, darunter auch Red Bull, sind sich einig: Das ist illegal“, wurde Red-Bull-Racing-Manager Helmut Marko vom Internet-Portal „www.sportnet.at“ zitiert. Der österreichischen Nachrichtenagentur apa bestätigte er: „Wir werden am Donnerstag in Melbourne offiziell protestieren, sollte dieses Teil nicht regelkonform sein.“

Auch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali beäugt den hinteren Teil des Unterbodens der besagten Autos kritisch und erwartet eine Entscheidung durch den Internationalen Automobilverband FIA in Sachen Doppeldiffusor. „Wir sind überzeugt, dass gewisse Auslegungen nicht regelkonform sind.“ Und wenn er nicht den Statuten entspreche, dürfe er auch nicht verwendet werden, betonte Domenicali in der „Gazzetta dello Sport“. „Ist er in Ordnung, müssen die anderen Teams - wir eingeschlossen - versuchen, uns so schnell wie möglich anzupassen. Denn in diesem Bereich des Autos wird Leistung erzeugt.“

Und das drückte sich vor allem für BrawnGP in Zahlen aus. Bei den Testfahrten in Barcelona gleich nach der Rettung des Teams nach dem Aus des japanischen Automobilherstellers Honda starteten die Brawn-Boliden mit Bestzeiten durch. Vor dem Saisonstart am 29. März in Melbourne mit dem Großen Preis von Australien gelten Rubens Barrichello und Jenson Button, 2008 nur Hinterherfahrer, als ernsthafte Siegkandidaten.

„Renault hat im März des Vorjahres bei der FIA angefragt, ob diese Lösung legal ist. Damals gabs eine negative Stellungnahme“, erklärte Marko bei „sportnet.at“. Auch Red Bull, für das der deutsche Hoffnungsträger Sebastian Vettel in diesem Jahr den ersten Sieg einfahren will, habe danach eine Absage erhalten. „Da gibt es eine klare Diskrepanz“, meinte Marko. „Es ist wirklich eine brisante Angelegenheit“, hatte jüngst auch FIA-Chef Max Mosley beim „Daily Telegraph“ eingeräumt'. Ein Streit sei programmiert.

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