LZ verlost Karten für die Nobelpreis-Matinee in Lindau

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 Sehr anschaulich erklären Fachleute bei der Nobelpreis-Matinee, wofür die aktuellen Preisträger den Nobelpreis bekommen haben.
Sehr anschaulich erklären Fachleute bei der Nobelpreis-Matinee, wofür die aktuellen Preisträger den Nobelpreis bekommen haben. Professor Rainer Blatt wird auch in diesem Jahr die Arbeiten der Physiker vorstellen. (Foto: Archiv: Christian Flemming)
Lindauer Zeitung

Lindau (lz) - Kuratorium und Stiftung der Lindauer Nobelpreisträgertagungen laden am Sonntag, 20. Januar, ab 11 Uhr zur jährlichen Nobelpreis-Matinee in den Sparkassensaal Lindau (Bregenzer Straße 33) ein. Bereits zum neunten Mal erläutern Experten die am 10. Dezember des Vorjahres in Stockholm mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Forschung und beantworten Fragen der Zuschauer. Die Lindauer Zeitung verlost Karten für die Veranstaltung.

Vier Fachleute erklären die Arbeit der Spitzenforscher und deren Nutzen für die Menschheit. Zum Auftakt geht es um den aktuellen Medizinnobelpreis. Die körpereigene Immunabwehr für den Kampf gegen Krebs sensibilisieren – was naheliegend klingt, stellte sich über viele Jahre als aussichtslos dar. Den Durchbruch schafften die Immunologen James P. Allison und Tasuku Honjo, deren Forschung im Rahmen der Matinee Professor Henriette Uhlenhaut erläutern wird. Die Medizinerin war 2014 Teilnehmerin der Lindauer Nobelpreisträgertagung und forscht und lehrt heute an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Zur Behandlung von bestimmten Krebsarten und Autoimmunkrankheiten leisten auch die Forschungen der Chemienobelpreisträger Frances H. Arnold, George P. Smith und Sir Gregory P. Winter einen wichtigen Beitrag. Die drei Forscher machten sich die Kraft der Evolution zu eigen, um Proteine und Enzyme gezielt zu optimieren. Wie genau die sogenannte gerichtete Evolution funktioniert und wo sie ihre praktische Anwendung findet, das wird Professor Wolfgang Lubitz, Vizepräsident des Kuratoriums und wissenschaftlicher Leiter Chemie der Lindauer Tagungen, verständlich machen.

Mit dem Preis der Sveriges Riksbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel wurden im Dezember zwei amerikanische Ökonomen ausgezeichnet, die sich mit hochaktuellen Themen auseinandersetzen: William D. Nordhaus und Paul M. Romer entwickelten Konzepte zu den ökonomischen Auswirkungen von Klimawandel und technischer Innovation. Dr. Andreas Brunhart, Alumnus der 5. Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften 2017 und Forschungsleiter Wirtschaft am Liechtenstein-Institut, wird ihre Forschung vorstellen.

Erst drei Frauen haben einen Physiknobelpreis erhalten

Wie bereits in den Vorjahren erläutert Professor Rainer Blatt, wissenschaftlicher Leiter Physik der Lindauer Tagungen, den Physiknobelpreis. Ausgezeichnet wurden Arthur Ashkin, Gérard Mourou sowie Donna Strickland, die als erst dritte Frau einen Nobelpreis für Physik erhielt. Alle drei Wissenschaftler entwickelten hochsensible Laserinstrumente, die heute sowohl in der Grundlagenforschung als auch der Industrie und der Medizin – etwa bei Augenoperationen – zum Einsatz kommen.

Ausgerichtet wird die Matinee in Kooperation mit der Lindauer Zeitung und der Stadt Lindau, den Veranstaltungsort stellt die Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim zur Verfügung. Nikolaus Turner, Mitglied der Vorstände von Kuratorium und Stiftung der Lindauer Nobelpreisträgertagungen, sowie Oberbürgermeister Gerhard Ecker werden die Gäste im Sparkassensaal begrüßen, die Moderation übernimmt in diesem Jahr erneut der Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung, Hendrik Groth.

Die Matinee dient auch als Einstimmung auf die 69. Lindauer Nobelpreisträgertagung, die vom 30. Juni bis 5. Juli stattfindet und der Physik gewidmet ist. 600 Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt und rund 40 Nobelpreisträger werden zum Austausch ihrer Ideen und zur Vernetzung zusammenkommen. Zugesagt haben auch die neu ausgezeichneten Laureaten Gérard Mourou und Donna Strickland.

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