Luxus im Fressnapf? Premiumfutter für Hunde im Trend

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Deutsche Presse-Agentur

Der Gang zum Napf wird für immer mehr Hunde zum kulinarischen Fest. Vielen Haltern ist für ihre Lieblinge oft das beste Futter gerade gut genug. Daher gibt es inzwischen eine große Auswahl an sogenannten Premiumprodukten.

Es gebe zwar sehr gutes Billigfutter, sagt Tierärztin Britta Dobenecker vom Institut für Tierernährung an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Die Komponenten bei Premiumfutter seien aber in der Regel hochwertiger, schmackhafter und für die Tiere besser verwertbar.

Grundsätzlich gelten für alle Tierfutterarten in Deutschland dieselben Grundregeln: Unabhängig vom Preis müssen bei der Herstellung bestimmte EU-Vorschriften erfüllt werden. „Daher darf kein Ekelfleisch verarbeitet werden, sondern nur Fleischbestandteile, die auch für den menschlichen Genuss freigegeben sind“, sagt der Vize-Präsident des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe Deutschland, Hans-Jochen Büngener, in Wiesbaden.

Darüber hinaus gibt es klare Unterschiede zwischen dem teureren Essen und den billigeren Alternativen. „Während das niedrig- oder mittelpreisige Futter selbstverständlich auch den Bedarf an Nährstoffen deckt, ist die Zusammensetzung des Premiumfutters noch einmal genauer definiert“, sagt Büngener. So können für preiswertere Varianten verschiedene Fleischsorten vermischt werden. „Bei Premiumfutter hingegen wird für den Anteil an tierischem Eiweiß nur pures Fleisch oder zumindest ein höherer Anteil davon verarbeitet.“

„In diesem Jahr wurden in Deutschland von Januar bis Oktober rund 851 Millionen Euro für Hundefutter ausgegeben, davon mehr als ein Drittel für die höherwertigen Produkte im Nass- und Trockenbereich“, sagt Stefan Graf vom Marktforschungsunternehmen Information Resources aus Nürnberg, das diesen Bereich kontinuierlich beobachtet. Das hochwertige sogenannte Super-Premium-Segment beim nassen Hundefutter wachse dabei sogar überdurchschnittlich um vier Prozent.

Hinzu kommen noch die Produkte der Supermarktketten, die sich zumindest optisch kaum mehr von den Produkten der Premiumanbieter unterscheiden. Für die Verbraucher ist es daher schwer, den Überblick zu behalten. Um sich im Futterdschungel zurechtzufinden, gibt es etwa die Tests von Stiftung Warentest. „Ansonsten muss man Vertrauen in das Know-How der Hersteller haben“, erklärt Britta Dobenecker.

Wer seinen Vierbeiner jedoch mit Premiumfutter verwöhnen will, muss dafür auch deutlich tiefer in die Tasche greifen. „Für einen 15-Kilo-Sack Trockenfutter aus dem niedrigen Preissegment bezahlt man etwa bis zu 15 Euro“, sagt Büngener. „Etwas Vergleichbares im Premiumbereich hingegen kostet bis zu 60 Euro.“

Dieser Preisunterschied lässt viele Tierhalter sicherlich zusammenzucken. Die Experten argumentieren damit, dass teures und gutes Futter auch positive Auswirkungen haben kann, die selbst das Aufsammeln der Hinterlassenschaften beim Gassigang erleichtert. „Das Futter hat schließlich einen Einfluss auf die Kotqualität, die Menge und den Geruch“, erläutert Dobenecker. Minderwertigeres Futter kann dem Vierbeiner dagegen regelrecht auf den Bauch schlagen: „Wenn man seinem Hund ein Futter mit viel sehnen- und bindegewebsreichem Fleisch gibt, kann es bei ihm durchaus zu übelriechender Flatulenz, Bauchgrummeln und Magenproblemen kommen.“

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