„Liebessehnsucht“ in Schloss Mochental

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 Pianist und Erzähler: Heiner Costabél bei seinem Konzert in der Niko-lauskapelle im Schloss Mochental.
Pianist und Erzähler: Heiner Costabél bei seinem Konzert in der Niko-lauskapelle im Schloss Mochental. (Foto: SZ- Burghart)
Karl-Heinz Burghart

„Liebessehnsucht“ war der Titel des Konzerts, das der Pianist Heiner Costabél am Samstagabend in der Nikolauskapelle im Schloss Mochental gegeben hat. Auf dem Programm standen Werke der Komponisten Franz Schubert, Robert Schumann, Ludwig van Beethoven und Frederic Chopin.

Mit „Piano parlando“ oder „Noten und Anekdoten“ überschreibt Costabél seine Konzertabende, bei denen der Pianist und nette Plauderer nicht nur Meisterwerke hören lässt, sondern auch aus der Zeit der Entstehung des jeweiligen Stückes und aus dem Umfeld des Komponisten erzählt sowie manche Schmunzelgeschichte einbaut. So soll Beethoven während eines Musikabends den Konzertsaal mit den Worten „Vor solchen Schweinen spiele ich nicht“ verlassen haben, weil ein adliges Pärchen schmusend im Saal gesessen habe.

Mit zwei Klavierstücken von Franz Schubert eröffnete Costabél den Musikregen im Schloss Mochental, nicht ohne den Besuchern zu erzählen, dass der Komponist ein armseliges Leben führte und nie eine feste Anstellung fand. „Schubert komponierte die Tragik seines Lebens in seine Stücke“, sagte Heiner Costabél. Und mit der Feststellung, dass die Melodien, „wie natürlich aus Schubert heraussprudelten“, während Beethoven eher ein „musikalischer Konstrukteur“ sei, leitete der Konzertpianist zum zentralen Werk des Abends in Schloss Mochental über: Ludwig van Beethovens Sonate Es-Dur op. 31/3“, besser bekannt als die „Wachtelschlag-Sonate“. Das Trällern komme einem Singvogel ganz natürlich aus der Kehle, für den Pianisten sei es eine echte Herausforderung, betonte Costabél. Im zweiten Teil rundeten ausgewählte Klavierwerke von Schumann und Chopin den Konzertabend ab.

Heiner Costabél gilt als unkonventioneller Pianist und genießt den Ruf, einer der besten Schubert- und Chopin-Interpreten zu sein. Costabél studierte Klavier an der Stuttgarter Musikhochschule und war dort von 1975 bis 1982 als Dozent tätig. Er konzertiert als Solist sowie mit namhaften Orchestern und Dirigenten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, so etwa mit dem Salzburger Kammerorchester. „Musik ist doppelt schön, wenn man sie nicht nur hört, sondern auch versteht“, gibt der Pianist als Erklärung für seine „Erzählkonzerte“.

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