Leserbrief: „Zellen müssen umgestaltet werden“

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 So sieht eine Ausnüchterungszelle aus - das Foto entstand in einem Polizeirevier in Freiburg.
So sieht eine Ausnüchterungszelle aus - das Foto entstand in einem Polizeirevier in Freiburg. (Foto: Archiv: dpa / Patrick Seeger)
Schwäbische Zeitung

Zu unserer Berichterstattung zu dem in der Spaichinger Arrestzelle verstorbenen 53-Jährigen obdachlosen Mann und dem Interview „Fünf Todesfälle in Polizeigewahrsam“ vom 25. Oktober.

Ich habe im Rahmen meines Dienstes als Bestatter die Ausnüchterungs- beziehungsweise Arrestzelle im Spaichinger Polizeigebäude gesehen, wo der Mann zu Tode kam. Was mir sofort auffiel, ist die schmale, hohe, hart gepolsterte Liege mit Plastiküberzug.

Um Unfälle wie diesen zu vermeiden, müssen die Zellen dringend umgestaltet werden. Zum Beispiel müsste die Liege breiter, mindestens einen Meter breit, und sie müsste weniger hoch sein. Und davor sollte ein weicher Fallschutz installiert sein.

Man kann den diensthabenden Polizisten nicht die Verantwortung für die Sicherheit der Insassen übertragen, die auf einer der üblichen Liegen schlafen. Dort müssen sich Unfälle praktisch wiederholen, es sei denn der diensthabende Polizist setzt sich mit seinem Funkgerät direkt daneben auf die Kante. Soll er das? Wohl kaum.

Solche Unfälle gilt es durch eine andere Ausstattung zu vermeiden. Hier ist das Land gefordert. Ein Suchtkranker ist doch trotz allem ein Mitmensch.

Martin Braun, Schreinermeister und Bestatter.

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