Lerandy-Anwalt will SCP verklagen

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Schwäbische Zeitung

Lerandy trug bis zum Ende der vergangenen Saison das Pfullendorfer Trikot, ist seither vereinslos. Der Spieler hatte im November den Rechtsstreit um die Gültigkeit einer einseitigen Option, mittels derer der SCP Lerandys Vertrag gegen dessen Willen bis Sommer 2009 verlängerte, gewonnen (wir berichteten).

In der Mitteilung des Sportclubs heißt es nun: "Der SC Pfullendorf verzichtet auf Rechtsmittel gegen das Urteil des Arbeitsgerichts Ulm in Sachen Lerandy gegen den SC Pfullendorf. Im Urteil hatte das Arbeitsgericht die Vereinbarung einer einseitigen Option auf Vertragsverlängerung auf Basis des vom SCP verwendeten DFB-Mustervertragstextes für unwirksam erklärt. Der SC Pfullendorf hat kein Interesse an einer weiteren Klärung der umstrittenen Rechtsfrage nach der Zulässigkeit einseitiger Optionen. Diese sind im Vertrags- und Profifußball nach wie vor gängige Praxis. Das Urteil ist eine typische Einzelfallentscheidung ohne grundsätzliche Bedeutung. Nachdem sich bis heute kein Verein um die Verpflichtung Lerandys bemüht hat, steht für den SCP fest, dass der Marktwert Lerandys zu niedrig ist, als dass sich eine Fortführung des Rechtsstreits rechtfertigen ließe. Damit kann sich Lerandy mit sofortiger Wirkung ablösefrei einem anderen Verein anschließen."

Lerandys Anwalt und Berater Dr. Andreas Kirsch will den SCP indes weiterhin auf Schadensersatz verklagen. Weil Pfullendorf bis dato 10 000 Euro Ablöse verlangt habe, habe Lerandy keinen neuen Arbeitgeber finden können, so Kirsch, woraus der Schadensersatzanspruch seines Mandanten resultiere.

Kirsch bekräftige gestern gegenüber der SZ seine Absichten: "Wir werden den SC Pfullendorf in den nächsten Tagen definitiv auf Schadenersatz verklagen." Die Höhe werde sich laut Kirsch "um die 50 000 Euro" bewegen.

Am 12. Januar geht's wieder los

Jede Menge Wirbel also an der "sportjuristischen Front" beim Regionalligazehnten, weihnachtliche Ruhe dagegen im fußballerischen Bereich. Seit Sonntag befindet sich das zuletzt von drei witterungsbedingten Spielabsagen (Waldhof Mannheim, SSV Reutlingen, 1. FC Heidenheim) mächtig genervte Team im Winterurlaub. Am 12. Januar nimmt die Mannschaft von Trainer Walter Schneck das Training wieder auf. Zwei Testspiele sind bereits terminiert: Am 28. Januar beim FC Bayern München II und am 11. Februar gegen den FC Schaffhausen (Nationalliga B Schweiz). Außerdem sind Tests mit den beiden österreichischen Zweitligisten FC und Austria Lustenau vereinbart. Termine hierfür stehen aber noch nicht fest. Das erste Punktspiel 2009 steht bereits am 14. Februar an. Dann soll die Ende November ausgefallene Partie gegen den SV Waldhof Mannheim nachgeholt werden.

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