Lehman-Opfer: Klage wegen Beweislast schwierig

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Deutsche Presse-Agentur

Wer seine Bank wegen unzureichender Beratung beim Kauf von Lehman-Zertifikaten auf Schadensersatz verklagen will, braucht gute Beweise. Und genau darin bestehe häufig das Problem, sagte Rechtsanwalt Andreas Fandrich aus Stuttgart.

Der Kläger sei in einem solchen Fall beweispflichtig - und selten könne er einen Zeugen aufbieten, erläuterte der Fachanwalt von der Arbeitsgemeinschaft Bank- und Kapitalmarktrecht des Deutschen Anwaltvereins in Berlin. „Der Kläger war beim Beratungsgespräch mit der Bank meist allein.“

Schriftliche Aufzeichnungen gebe es nur in den seltensten Fällen. Am Dienstag (24. März) begann in Hamburg der erste Prozess, in dem ein Zertifikate-Käufer die Hamburger Sparkasse auf Schadensersatz verklagt. Wie der 64-jährige Kläger, der 10 000 Euro investiert hatte, muss laut Fandrich jeder Geschädigte selbst eine Klage führen.

Sammelklagen seien mit großer Wahrscheinlichkeit aussichtslos, da die jeweils individuelle Einzelberatung vor Gericht auf dem Prüfstand steht. Wer durch die Pleite der Bank sein angelegtes Geld verloren hat, könne in der Regel nur die Bank belangen, die ihm die Zertifikate verkauft hat. In Einzelfällen könne auch ein Strukturvertrieb zur Verantwortung gezogen werden, der an der Beratung beteiligt war.

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