Laute Musik und Bierreste: Karneval hat eigene Gesetze

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Deutsche Presse-Agentur

Der Karneval hat seine eigenen Gesetze: Wer Feiern besucht, muss mit typischen Gefahren rechnen - etwa Bierresten auf der Treppe. Und Bewohner von Karnevalshochburgen kommen nicht umhin, an den tollen Tagen Musik und Lärm hinzunehmen.

Wer etwa eine bierselige Karnevalsveranstaltung besucht, muss im Flur oder auf der Treppe mit Rutschgefahr durch Getränkereste rechnen. Bei einem Sturz gebe es daher keinen Anspruch auf Schadenersatz. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Köln hervor, auf das der Deutsche Mieterbund hinweist (Aktenzeichen: 19 U 7/02). Wer Massenveranstaltungen mit entsprechendem Alkoholkonsum besucht, müsse auch auf solche Gefahren gefasst sein, befanden die Richter.

Außerdem müssen Anwohner in der Festzeit laute Musik und andere karnevalstypische Geräusche in der Nachbarschaft akzeptieren. Diese seien zumindest in Köln seit Jahrzehnten üblich, insbesondere in der Nacht von Rosenmontag auf Karnevalsdienstag, erläutert der Mieterbund und beruft sich auf ein Urteil des Amtsgerichts Köln (Aktenzeichen: 532 OWI 183/96). Laute Stereoanlagen und Störungen durch Trommeln oder Gaststättenbesucher müssten hingenommen werden - es sei sogar zweifelhaft, ob es in dieser Zeit überhaupt eine „Nachtruhe“ gibt.

Freunde von Karnevalsmusik werden sich durch ein anderes Urteil bestätigt fühlen: So sind „Geräuscheinflüsse“ von Karnevalsmusik in der Wohnung laut einem Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz eher erlaubt als Disko- oder Technomusik (Aktenzeichen: 5 U 279/01). Denn sie wirken Vergleichsmessungen zufolge weniger störend, entschieden die Richter.

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