Lausbube Vettel mit Weltmeister-Format

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Deutsche Presse-Agentur

Für die Lobreden seiner Bewunderer hat Sebastian Vettel keine Zeit. „Es ist mir egal, was irgendjemand irgendwie von mir erwartet. Ich weiß, wohin ich will“, sagte der Formel-1-Pilot, der im PS-Zirkus als heißestes Versprechen für die Zukunft gehandelt wird.

Auf den Lorbeeren als jüngster Grand-Prix-Sieger in der Geschichte seines Sports will sich der 21-Jährige keine Sekunde ausruhen. Nach seinem Wechsel von Toro Rosso zum Mutter-Rennstall Red Bull sind die Erwartungen an den Heppenheimer in dieser Saison größer denn je. „Wir können uns glücklich schätzen, so einen Mann in der Formel 1 zu haben“, schwärmte Zampano Bernie Ecclestone.

Der britische Formel-1-Boss hat Vettel längst als „kommenden Weltmeister“ ausgemacht und zieht schon Parallelen zu Rekord-Champion Michael Schumacher. „Die beiden haben zwei Sachen gemeinsam: außerordentliches Talent und einen großen Arbeitswillen“, urteilte Ecclestone. Vettels fahrerisches Können und seine unbekümmerte Art auf und neben der Strecke haben ihm im Eiltempo den Respekt der Kollegen und die Zuneigung der Fans gebracht. „Er ist großartig für das Team. Red Bull hat gut daran getan, ihn zu halten“, befand sein neuer Teamgefährte Mark Webber.

Schon als hungriger Junior lernte Vettel das Renn-Einmaleins bei Red Bull, dazu kamen Fahrstunden bei BMW. Im BMW-Sauber sorgte der Hesse auch erstmals für Furore in der Königsklasse. 2006 düpierte er als Testfahrer im Freitagstraining von Istanbul die etablierte Konkurrenz. Ein Jahr später punktete er in den USA bei seinem Grand-Prix-Pilot als jüngster Pilot der Formel-1-Historie. Kurz darauf wechselte er zu Toro Rosso und trieb den kleinen Rennstall aus dem italienischen Faenza nach vorn. Höhepunkt: Vettels Sieg im September 2008 in Monza.

Doch selbst der rasante Aufstieg haben den Jungspund mit dem Lausbuben-Image nicht abheben lassen. „Ich hoffe, dass ich immer weiter lerne“, meint er bescheiden. Als Lehrling aber sieht Vettel wohl keiner mehr. Sein Wort hat inzwischen Gewicht. „Die Leute glauben mir eher mehr“, verriet Vettel über seine ersten Tage beim Red-Bull-Team.

Für zwei Jahre hat sich der Mann mit der Startnummer 15 an den Rennstall von Getränke-Milliardär Dietrich Mateschitz gebunden. „Das Ziel sind Siege“, betonte Vettel. Geldgeber Mateschitz weiß um die Ungeduld des Shooting-Stars. „Sollten wir nicht imstande sein, ihm ebenfalls ein Top-Auto zur Verfügung zu stellen, werden wir ihm auf seinem Weg zum Weltmeistertitel sicherlich nicht im Wege stehen wollen“, versprach der Österreicher.

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