Lauda: „Formel 1 wird sich alleine regulieren“

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Deutsche Presse-Agentur

Niki Lauda hat selbst „überhaupt kein Interesse“ an einem Einstieg in einen Formel-1-Rennstall, Sorgen um die Zukunft der Königsklasse macht sich der Ex-Weltmeister trotz der globalen Finanzkrise aber nicht.

„Die Formel 1 hat's zu meinen Zeiten in den 70er-Jahren auch gegeben, als am Wochenende nicht mehr Auto gefahren wurde, weil kein Sprit mehr da war. Die Formel 1 wird's weiter geben“, sagte der Österreicher in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Formel 1 sei gut aufgestellt, sie spare. Allerdings mahnte der einstige Ferrari-Star auch an: „Man muss alle Kraft zusammennehmen, um aus dieser Krise herauszukommen.“

Der Unternehmer (Autovermietung, Werbeagentur und Fluglinie) und Fernseh-Co-Kommentator glaubt an die Selbstheilungskräfte des Marktes. „Die Formel 1 wird sich sowieso von allein regulieren. Je weniger Geld Sponsoren zur Verfügung stellen, umso weniger werden sie ausgeben“, meinte Lauda. Die Zeit für weitere Privatiers in der Formel 1 neben dem Österreicher Dietrich Mateschitz (Red Bull und Toro Rosso), dem Inder Vijay Mallya (Force India) und Frank Williams (Williams) ist laut Lauda im Moment passé, „weil wir in einer Weltwirtschaftskrise gerade rumrudern und Wege suchen“, dort herauszufinden. Schon seit Jahren wird die Formel 1 von den Teams der Automobil-Herstellern dominiert.

Wer sportlich in der kommenden Saison den besten Weg findet, darüber rätselt auch Lauda noch. „Überhaupt noch keine“ Favoriten habe er. „Die Autos sind alle neu und werden jetzt gerade getestet. Ich kann überhaupt noch kein Bild abgeben“, meinte Lauda. „Frühestens nach zwei, drei Rennen nach Beginn der Saison wird man erkennen können, wer die schlechteren oder besseren Autos gebastelt hat.“ Nach dem Auftakt in Australien und den weiteren Grand Prix' in Malaysia, China und Bahrain dürfte allerspätestens nach dem Europa-Auftakt in Spanien das Kräfteverhältnis einigermaßen klar sein.

Ob BMW-Sauber durch das Energie-Rückgewinnungssystem KERS, das Lauda in der heutigen Zeit als „völligen Nonsens“ bezeichnete, einen Vorteil hat, will er erstmal abwarten. „BMW wird überall als Favorit gehandelt wegen dieser KERS-Geschichte“, meinte Lauda. „Ich bin gespannt, wie das Ganze ausgeht.“

„Absolut vorgezeichnet“ sei indes der Weg von Sebastian Vettel. Der Heppenheimer gilt als die große deutsche Hoffnung, selbst Formel-1-Chef Bernie Ecclestone redet von dem 21-Jährigen als kommenden Weltmeister. Lauda geriet ins Schwärmen: „Vettel kann die Anforderungen auf jeden Fall erfüllen, weil er ein Supertalent ist, genau weiß, wie er weiter lernen muss und kann. Ein unglaublich aufgeweckter junger Mann. Eigentlich eine Wohltat, ein Mensch, der ohne Manager mit geradlinigen Interviews uns alle begeistert“, meinte der Österreicher, der 1975, 1977 und 1984 Weltmeister geworden war und daneben durch seinen Feuer-Unfall 1976 auf dem Nürburgring Berühmtheit erlangt hatte.

Vettel wird nach seinem Sensationssieg in der vergangenen Saison in Monza im Toro Rosso in diesem Jahr fürs Mutterteam Red Bull starten. „Der wird immer auf seinen eigenen Level schauen müssen und das beste draus machen mit dem besten Auto“, meinte Lauda.

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