Landratsamt warnt wegen Borkenkäfer im Alb-Donau-Kreis

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Schwäbische Zeitung

Weitere Informationen auch auf der Internetseite der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg:

www.fva-bw.de

Das Landratsamt des Alb-Donau-Kreises bittet Waldbesitzer dringend, von Borkenkäfern befallenes Holz schnell aufzuarbeiten.

Die dieses Jahr „ohnehin angespannte Borkenkäfersituation“ bei der Fichte habe sich durch die Hitzewelle auch im Alb-Donau-Kreis und in Ulm zugespitzt, so der Fachdienst Forst und Naturschutz am Montag. Wegen der extremen Hitzebelastung und Wassermangel stünden die Bäume derart unter Stress, dass sie teils nicht genügend Reserven besitzen, um den Befall durch Borkenkäfer abzuwehren. Außerdem böten die aus den letzten Stürmen noch nicht aufgearbeiteten Windwürfe und Kronenbrüche in der Fichte optimales Brutmaterial für die Borkenkäfer. So können sich weitere Generationen und Geschwisterbruten dieser Käfer rasch entwickeln.

Deshalb bittet der Fachdienst Forst und Naturschutz dringend alle Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, vor allem von Wäldern mit hohem Fichtenanteil, bis Ende September die Wälder wöchentlich auf Käferholz zu kontrollieren. Die als Brutstätten dienenden Sturmhölzer und Kronenbrüche sollten umgehend aufgearbeitet werden.

Für Waldbesitzer besteht zur Abwehr von Waldschäden eine Verpflichtung nach dem Landeswaldgesetz (§14 Abs.5 i.V.m. §12 LWaldG) und nach dem Pflanzenschutzgesetz (§3 PflSchG).

Schnelles Vorgehen das A und O

Weiter lässt das Landratsamt wissen, dass es bei Befall entscheidend sei, diese Bäume möglichst schnell einzuschlagen und die Käfer unschädlich zu machen, indem das Käferholz entweder rechtzeitig abgefahren, entrindet oder notfalls mit einer Vorausflugspritzung behandelt wird. Befallenes Holz führt sonst zu Neubefall. Restholz sowie Rinden- und Astmaterial, das mit ausgewachsenen, flugfähigen Borkenkäfern besetzt ist (hell- bis schwarzbraune Flügeldecken), kann zu Hackschnitzeln verarbeiten werden.

Vor dem Einschlag sollten sich Waldbesitzer wegen der Aushaltung, Lagerung und des Holzverkaufs mit dem zuständigen Forstrevierleiter oder dem Geschäftsführer der zuständigen Forstbetriebsgemeinschaft in Verbindung setzen. Gerne helfe der jeweilige Forstrevierleiter auch bei der Vermittlung von Einschlagsunternehmern, wenn Waldbesitzer den Einschlag nicht selber durchführen können.

Kennzeichen eines Käferbefalls

Typische Kennzeichen eines Befalls durch Borkenkäfer sind: rostrote, trockene Krone, Abfall grüner oder roter Nadeln, braunes Bohrmehl auf der Rinde, unter Rindenschuppen, auf Spinnweben, am Stammfuß und auf der Bodenvegetation, Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm, vor allem am Kronenansatz, helle Flecken, sogenannte „Spiegel“, auf der Rinde durch die Tätigkeit der Spechte, wodurch größere Rindenstücke abfallen und das helle Splintholz sichtbar wird, charakteristische Fraßbilder unter der Rinde

Weitere Informationen auch auf der Internetseite der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg:

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