Löw verzichtet auf Ersatz für Friedrich

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Deutsche Presse-Agentur

Joachim Löw muss die Sechs-Punkte-Pflicht gegen die WM-Leichtgewichte Liechtenstein und Wales womöglich „ohne Vier“ erfüllen.

Nach Angriffsführer Miroslav Klose (Knie-Operation) und Mittelfeld-Routinier Torsten Frings (Fußverletzung) erreichte den Bundestrainer auch die erwartete Absage von Abwehrspieler Arne Friedrich. Der Kapitän von Hertha BSC erlitt im Bundesligaspiel beim VfB Stuttgart einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel und muss nach Vereinsangaben zwei Wochen pausieren.

„Das ist schade. Arne hatte zuletzt bei Hertha gut in der Innenverteidigung gespielt. Er hat sich da verbessert und war eine Idee auf der Position für die Länderspiele“, kommentierte Löw. Der Bundestrainer hatte die Verletzung von Friedrich als Tribünengast bei der Hertha-Niederlage in Stuttgart live miterlebt.

Hoffnung hat Löw dagegen noch bei Piotr Trochowski, der wegen einer Innenbanddehnung im rechten Knie am Sonntag im Auswärtsspiel des Hamburger SV beim FC Schalke 04 wiederum pausieren musste. „Für das Schalke-Spiel reichte es noch nicht, aber es wird bei ihm besser mit dem Knie“, berichtete Löw nach einem Gespräch mit Trochowski, der am 22. März 25 Jahre alt wurde. Trochowski wird aber zum Treffpunkt des noch 21-köpfigen DFB-Kaders nach Leipzig anreisen.

„Dann werden wir entscheiden“, erklärte Löw. Womöglich wird Trochowski wenigstens bis zur zweiten Partie am 1. April in Wales fit. Im Hinspiel sorgte Trochowski mit seinem ersten Länderspieltor für den hart erkämpften 1:0-Sieg und sicherte der deutschen Elf damit die Tabellenführung in der WM-Qualifikationsgruppe 4. Die DFB-Auswahl liegt mit zehn Punkten vor Russland und Wales (je 6) vorne. Die Russen, Hauptkonkurrent um das einzige Direkt-Ticket zur WM-Endrunde 2010 in Südafrika, haben ein Spiel weniger ausgetragen.

Entwarnung konnte Löw wenigstens bei Torhüter René Adler geben, der sich im Ligaspiel von Bayer Leverkusen gegen Eintracht Frankfurt am linken Ellbogen verletzt hatte. „Das ist nicht so tragisch“, sagte Löw. Trotz des Ausfalls von Friedrich und womöglich auch Trochowski zumindest gegen Liechtenstein verzichtete Löw auf Nachnominierungen. „In der Innenverteidigung haben wir noch Serdar Tasci, Heiko Westermann und Per Mertesacker. Und mit Marcell Jansen und Marko Marin haben wir auch links im Mittelfeld Alternativen zu Trochowski“, begründete der DFB-Chefcoach.

Bevor Löw mit dem ersten Fitnesstest der Nationalspieler seit mehr als zwei Jahren die intensive Vorbereitung auf die beiden WM-Qualifikations-Aufgaben in Angriff nimmt, reiste er nach Düsseldorf. Gemeinsam mit den Bundesliga-Trainern stand zunächst ein Besuch der Partie Schalke gegen HSV auf dem Plan, ehe die jährliche Tagung der Nationalmannschafts-Leitung mit den Vereins- Coaches stattfindet. Löw geht mit großen Erwartungen in die Debatte über den deutschen Fußball, die er mit einer Mängel-Beschreibung im Vergleich mit den ausländischen Top-Ligen angeheizt hatte.

„Ich freue mich auf das Treffen und auf fruchtbare Diskussionen“, sagte Löw vor dem Gespräch unter anderem mit seinem Vorgänger Jürgen Klinsmann. Eines betonte Löw vorab seitens der Sportlichen Leitung der Nationalmannschaft: „Wir sehen uns nicht als Besserwisser. Wir haben alle zusammen als Trainer den Auftrag, den deutschen Fußball voranzutreiben und zu verbessern. Wir wollen optimieren. Die Frage heißt: Wo können wir den Hebel ansetzen?“

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