Lösungen finden, um die Älteren mobil zu halten

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 Im bodo-Verkehrsverbund wird der ÖPNV gemeinsam gestaltet: An der RBO-Tagung nehmen Vertreter der Aufgabenträger (Landkreise),
Im bodo-Verkehrsverbund wird der ÖPNV gemeinsam gestaltet: An der RBO-Tagung nehmen Vertreter der Aufgabenträger (Landkreise), der Verkehrsverbünde und private Busunternehmer teil.“ (Foto: Regionalverkehr Bodensee-Oberschwaben GmbH)
Schwäbische Zeitung

Wie entwickelt sich der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) zukünftig, welche Herausforderungen kommen dabei auf die privaten Busunternehmer im Bodo-Verkehrsverbund zu und wie lassen sie sich meistern? Diesen Fragen sind die Gesellschafter der Regionalverkehr Bodensee-Oberschwaben GmbH (RBO) bei ihrer Impulstagung mit Vertretern der Verkehrsverbünde und der Landkreise nachgegangen.

Thomas Mügge, Geschäftsführer im Donau-Iller-Nahverkehrsverbund „Ding“ in Ulm berichtete aus der Praxis des benachbarten Verkehrsverbunds. Er prognostizierte, dass schon allein aufgrund des rückläufigen Schülerverkehrs, der das Rückgrat der Einnahmen bildet, „mehr öffentliche Mittel benötigt werden, um die steigenden Kosten zu decken“. Laut Pressemitteilung der RBO erfordert die zunehmende Digitalisierung beispielsweise Bordcomputer, die jährlich zwei bis drei Millionen Datensätze verarbeiten und unter anderem mit Echtzeitanzeigen an Bushaltestellen vernetzt sein müssen. Und das alles bei zunehmendem Preisdruck auf die Busunternehmen.

„Das Thema Wettbewerb bringt die mittelständischen Busunternehmen an ihre Grenzen“, gaben gleich mehrere Unternehmer zu bedenken. Gespart werden könne nur noch an den Personalkosten, was den schon heute bestehenden Busfahrermangel weiter verschärfe. Dieter Unseld, Geschäftsführer der DB Zug-Bus RAB, beklagte, dass die Busunternehmen zu Fahrdienstleistern degradiert und stattdessen auf die Verwaltung hohe externe Planungskosten zukommen würden. „Und anstatt das unternehmerische Know-how vor Ort nahe bei den Fahrgästen zu nutzen, werden die Fahrpläne von externen Beratungsfirmen für vergleichsweise teures Geld aufgestellt“, sagte Philipp Reinalter von Strauss Reisen. Christof Bühler von Bühler Reisen nannte noch einen weiteren Aspekt: „Ein Bauunternehmer kann sich nach einer verlorenen Ausschreibung morgen wieder für eine neue Baustelle in der Nachbarschaft bewerben. Als lokaler Busunternehmer bin ich an den Standort gebunden und habe diese Möglichkeit nicht. Das ist kein fairer Wettbewerb, das ist Glücksspiel. Ein neuer Linienbus kostet rund 300 000 Euro, dafür brauchen wir Planungssicherheit.“

„Ein Miteinander zum Wohle der Fahrgäste“

Michael Bender aus der Kanzlei „Bender & Philipp Rechtanwälte“ ermutigte die Unternehmer, so weit wie möglich am Nahverkehrsplan mitzuarbeiten und ihr Know-how einzubringen. Schließlich müssten die Unternehmen, die ihre Fahrgäste am besten kennen, auch mitreden dürfen, wenn es um die zukünftige Personenbeförderung gehe. „Eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Unternehmern ist für mich das A und O“, sagte Gerd Hägele, Vertreter des Landratsamtes Ravensburg. „Wir setzen auf ein Miteinander zum Wohle der Fahrgäste“, sagte auch RBO-Geschäftsführer Bernd Grabherr.

Als Demografiebeauftragter der Landesregierung zeichnete Thaddäus Kunzmann in seinem Szenario auf, welche Herausforderungen auf die Gesellschaft zukommen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in 10 Jahren in Rente gehen und in 20 Jahren verstärkt pflegebedürftig werden. Wenn aufgrund des hohen Alters das Auto als Fortbewegungsmittel ausscheide, müssen die Unternehmer und Landkreise Lösungen finden, die Älteren mobil zu halten – und dabei auch die Wege von der Bushaltestelle bis zur Haustür berücksichtigen.

Die Veränderungen im Mobilitätsverhalten beschäftigen auch die Wissenschaftler bei Daimler. Ferdinand Fegert, Teamleiter im Innovation Lab Daimler Buses nahm die Teilnehmer mit auf eine Reise in die Zukunft der Mobilität. Man müsse in Systemen denken. Erst wenn autonome E-Fahrzeuge mit der Infrastruktur, wie Ladestationen, Ampeln und Werkstätten vernetzt sind, bringen sie wirkliche Vorteile für Hersteller und Nutzer.

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