Löscharbeiten bei Waldbrand in Mecklenburg gehen weiter

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Deutsche Presse-Agentur

Mit acht Löschhubschraubern und mehreren Wasserwerfern wollen die Einsatzkräfte den Waldbrand auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern heute unter Kontrolle bekommen.

Damit wird die Flotte der Helikopter verdoppelt. Wegen unberechenbarer Winde gibt es noch keine Entwarnung in dem munitionsbelasteten, stark ausgetrockneten Gebiet im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Vier Dörfer wurden bislang evakuiert. Die Wasserwerfer sollen Schneisen und Wege mit bewässern.

Am frühen Morgen brannte es nach Angaben einer Sprecherin des Landkreises auf einer Fläche von etwa 430 Hektar (4,3 Quadratkilometer) auf dem etwa 6000 Hektar großen früheren Militärgelände. Das Gebiet ist hochgradig mit Munition belastet, was die Löscharbeiten erheblich erschwert, die Feuerwehr muss einen 1000-Meter-Abstand halten.

Nach den Orten Alt Jabel, Jessenitz-Werk und Trebs wurde am Montagabend auch noch die kleine Gemeinde Volzrade geräumt. Die Orte liegen knapp 50 Kilometer südwestlich von Schwerin. Wegen drehender Winde wollte die Einsatzleitung jegliches Risiko für Menschen vermeiden. Von den Evakuierungen sind nach neuesten Angaben etwa 650 Menschen betroffen.

Angesichts der Munition im Boden forderte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) die Politik auf, gemeinsam technische Lösungen für solche Katastrophen zu finden. „Es bleibt für alle eine große Herausforderung“, sagte er am Montag im ARD-„Brennpunkt“. „Wir müssen uns grundsätzlich aufstellen in Deutschland“.

Laut Umweltminister Till Backhaus (SPD) liegen auf dem Gelände nicht nur Munition und Granaten von Manövern, sondern auch große Mengen an Sprengmitteln aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Bei Lübtheen habe die Marine ihr Munitions-Hauptlager unterhalten, das 1945 gesprengt worden sei. Dabei sei die Munition aber nicht vollständig explodiert.

Auch wenn das Feuer gelöscht werden könne, dürfe es keine schnelle Entwarnung geben, mahnte Backhaus in der „Ostseezeitung“: „Die hochbrennbare Humusschicht, die sich in den letzten 70 Jahren gebildet hat, hält Hitze und Glut lange Zeit.“ Der Minister betonte auch die Gefahr, die von der Munition ausgehe, die noch im Boden verborgen ist. Bei Probegrabungen seien bis zu 45,5 Tonnen pro Hektar zu Tage gefördert worden. „Und wenn es dann knallt, wie ich es selber erlebt habe, denkt man schon darüber nach, ob das richtig ist, was man hier macht.“

Artikel Ostseezeitung

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