Lässig oder Gradlinig: Modetrends für 2009/2010

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Deutsche Presse-Agentur

Angesichts der weltweiten Finanzkrise gibt es offenbar nur zwei mögliche Verhaltensweisen: Entweder mit viel Strenge und Kraft durchhalten, oder entspannt und gelassen in die Zukunft schauen.

Zwischen diesen beiden Polen jedenfalls bewegt sich die Mode im Herbst und Winter 2009/2010: schwarz und klar oder braun und weich. „Wir suchen nach Lässigkeit und Entspanntheit, Kleidung, in der wir uns wohl fühlen“, sagte Elke Giese vom Deutschen Mode-Institut (DMI) in Düsseldorf. Auf der dortigen Mode-Fachmesse Igedo Fashion Fairs (1. bis 3. Februar) zeigen rund 1450 Aussteller aus 46 Ländern ihre neuen Kollektionen.

Weiche „schmeichelnde Materialien“, viel Strick, Jersey und Velours prägten die Kleidung und Accessoires für Frauen, so Giese. Mit diesen Stoffen würden Emotionen unserer Zeit widergespiegelt - eine Sehnsucht nach Wellness, die sich im lockeren Schichtenlook zeige, sowie nach Wertigkeit, die sich in Qualität ausdrücke. Der Trend des Strickkleides - das Kleid ist generell angesagt - werde fortgesetzt, dazu „wollene Strumpfhosen nicht vergessen!“.

„Es ist ein Symbol dieser Tage, dass man sich nach Wärme sehnt“, meinte auch Michael Werner, Chefredakteur der Modefachzeitschrift TextilWirtschaft, und bestätigte damit den Trend für die Herrenmode. Die Igedo Fashion Fairs bündelt mehrere Fachmessen unter einem Dach: Die Damenmodemesse CPD, die Herrenmode HMD und die „Global Fashion“ für ausländische Großproduktionen.

Im Kontrast zur Lässigkeit sei ein scharfer und geradliniger Stil im Kommen, vor allem in der jungen Mode: Schmale Silhouetten und vor allem viel schwarz, wie es zum Beispiel auch Hugo Boss gerade auf der Berlin Fashion Week präsentierte. Die Männer tragen schwarze schmal geschnittene Anzüge, dazu Rollkragen, schmale Krawatten und Mäntel aus festen Tuchstoffen. Für die Frauen gibt es schwarze Kleider mit grafischen Linien, Hosenanzüge und dazu üppigen Modeschmuck. Steht der weiche Look für Gelassenheit, so dieser wohl für eine Haltung, die besagt: ich bin gewappnet, „es gibt eben nicht nur entspannte Zeiten“, so Giese vom DMI.

Da es die Regel ist, dass es bei zwei Extremen immer auch eine Mitte gibt, präsentierten Giese und Werner als dritten Trend eine Renaissance des alten britischen Stils, der als „New England“ daherkommt. Hier gibt es Karo, Karo und nochmals Karo: in Hemden, Hosen, Tüchern und Taschen, in der Damen- wie in der Herrenmode. „Es darf nur nicht geleckt aussehen“, sagte Giese. Die Frau trüge Karobluse zur Jeans, der moderne Männer trügen Karohemden, Zweiteiler - auch mal mit Fliege statt Krawatte - und Feinstrick, „alles Symbole der guten alten Zeit“, so Werner.

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