Kurzzeitig Spannung, dann Erleichterung

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 Gustav Schlaucher (li.), Spielführer der ersten Mannschaft der SF Bussen und Bernhard Sporleder (re.), Spielführer der Reserve,
Gustav Schlaucher (li.), Spielführer der ersten Mannschaft der SF Bussen und Bernhard Sporleder (re.), Spielführer der Reserve, nehmen aus den Händen von Staffelleiter Dietmar Traub die Wimpel entgegen. (Foto: Beck)
Schwäbische Zeitung

Nach einem Jahr Abwesenheit kehren die SF Bussen in die Kreisliga A zurück. Die Sportfreunde sicherten sich am letzten Spieltag die Meisterschaft in der B2 und damit den Aufstieg in die A-Liga. Doch sie machten es noch einmal spannend. Mit zwei Punkten Vorsprung und der um neun Treffer besseren Tordifferenz gegenüber dem FC Marchtal gingen die SF Bussen in ihr letztes Punktspiel der Saison gegen den Nachbarn SV Uttenweiler II. Einige Kilometer entfernt empfingen die Marchtaler den drittplatzierten SSV Emerkingen, der selbst noch Chancen auf Rang zwei hatte. Bussen geriet im Heimspiel in Dietershausen nach zehn Minuten durch einen Freistoßtreffer von Uttenweiler in Rückstand, während der FC Marchtal fast zum gleichen Zeitpunkt in Führung ging und damit Tabellenführer war.

„Das hat schlecht angefangen für uns und ich hatte kurz Befürchtungen, dass es kein guter Tag wird“, sagte SFB-Spielertrainer Manuel Steinborn. „Ich wusste, wie es in Marchtal steht.“ Dort legte der FCM nach, erzielte das 2:0, ehe in Dietershausen der Ausgleich fiel – durch ein Eigentor des Gegners. Zur Halbzeit stand es beim Tabellenführer 1:1, während der FC Marchtal seine Führung auf 3:0 erhöht hatte. Die SF Bussen hatten seit ihrem Ausgleich zwar wieder die Nase vorn, aber nur noch dank der besseren Tordifferenz. Und Uttenweilers „Zweite“ war nicht gewillt, klein beizugeben. „Wer weiß, was passiert wäre, wenn das Eigentor nicht gefallen wäre“, sagte SFB-Spielleiter Jürgen Subke, der in der zweiten Halbzeit hinter der Grundlinie unweit des Bussener Tores mitfieberte und mitzitterte.

Zehn Minuten war die Anspannung noch groß, dann erzielten die Sportfreunde die 2:1-Führung. Uttenweiler hielt dagegen, sorgte immer wieder für Gefahr, ehe in der 72. Minute das 3:1 fiel. Bei Manuel Steinborn, der zehn Minuten nach der Pause als Spieler vom Platz ging und sich aufs Coaching konzentrierte, war spätestens jetzt das Gefühl da, dass es doch ein guter Tag werden würde für die Gastgeber. Schließlich habe die Mannschaft um Kapitän und Defensivmann Gustav Schlaucher nur einmal mehr als ein Gegentor hinnehmen müssen – und oft nicht einmal eines. Uttenweilers Führungstreffer zu Beginn des letzten und 22. Spiels der Saison war erst der zehnte Gegentreffer für die Sportfreunde. Auf die Abwehr war bis zum Schluss Verlass.

Mehr wurden es auch nicht mehr, während die Sportfreunde gegen zum Ende hin nachlassende Gäste noch auf 4:1 und 5:1 erhöhten. Da erklangen schon längst die „Derbysieger“- und „Meister“-Rufe vom Spielfeldrand – meist hieß es „Doppelmeister“, weil die Gesänge angestimmt wurden von Spielern der Reserve, die ebenfalls den Titel geholt hatten. Beide Teams feierten dann den Doppelerfolg und nahmen aus den Händen von Staffelleiter Dietmar Traub die Meisterwimpel entgegen. Traub war aus Öpfingen gekommen, wo er kurz davor ebenfalls zwei Wimpel an einen Verein ausgegeben hatte – an den A1-Meister SG Öpfingen und an die erfolgreiche Reserve der SGÖ. Nach einer langen Nacht zogen die Meistermannschaften am Pfingstsonntag noch durch die Orte am Bussen, die sich hinter den Sportfreunden versammeln.

Für Manuel Steinborn war es der perfekte Abschluss seines ersten Trainerjahres. Der frühere Kapitän der SGM Ertingen/Binzwangen kam nach dem Kreisliga-A-Abstieg zu den SF Bussen und feiert schon am Ende der ersten Saison den großen Erfolg. „Die Trainer hat verstanden, die Mannschaft zu begeistern“, sagt Jürgen Subke, der froh darüber ist, dass der neue Mann an der Linie „so gut einschlägt“. Der Verein hatte den Trainerneuling nicht unter Druck gesetzt, der Aufstieg war keine Vorgabe. „Wir haben gesagt, wir müssen nicht aufsteigen“, so Subke. Umso größer ist die Freude, dass die Rückkehr in die Kreisliga A so schnell Wirklichkeit wurde. (aw)

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