Kurzarbeit und Ferien - Autobranche in der Krise

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Deutsche Presse-Agentur

Mehr als 170 000 Beschäftigte der deutschen Automobilindustrie werden in Kurzarbeit geschickt. Verlängerte Ferien, Produktionspausen und Abbau von Arbeitszeitkonten sind weitere Schritte, um der Absatzkrise zu begegnen und Entlassungen zu vermeiden.

In der deutschen Autoindustrie unmittelbar sind 750 000 Beschäftigte tätig. Davon entfallen etwa 330 000 auf Zulieferer. Die Unternehmen reagierten unterschiedlich auf die Krise. Ein Überblick:

VOLKSWAGEN: Europas größter Autobauer hat für rund 61 000 Beschäftigte in verschiedenen Bereichen seiner deutschen Werke Kurzarbeit beschlossen. Die Regelung betrifft rund zwei Drittel der VW-Beschäftigten und soll vom 23. bis 27. Februar gelten. Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte, weitere Kurzarbeit sei möglich.

DAIMLER: Der Autobauer schickt wegen der Absatzkrise rund 50 000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Allein im Stammwerk Stuttgart- Untertürkheim sind 10 000 betroffen, in Sindelfingen sogar 20 000. Im Daimler-Stammwerk ist bis Ende März eine Vier-Tage-Woche geplant, zeitweise auch eine Drei-Tage-Woche. Neben der Kurzarbeit wurden rund 150 000 Beschäftigte des Konzerns in auf vier Wochen verlängerte Weihnachtsferien geschickt.

BMW: BMW schickt 26 000 Beschäftigte in Kurzarbeit. Damit soll rund ein Viertel aller Mitarbeiter in den kommenden Wochen weniger arbeiten. Betroffen sind die Standorte Dingolfing, Regensburg, Landshut und Berlin. BMW will im Februar und März 38 000 Fahrzeuge weniger bauen als geplant. Schon im Dezember hatte der Konzern mit Produktionskürzungen und verlängerten Weihnachtspausen auf die Absatzflaute reagiert.

AUDI: Die VW-Tochter hat für die Werke in Ingolstadt und Neckarsulm vom 20. bis 27. Februar Kurzarbeit beschlossen. Rund 25 000 Beschäftigte sollen von der Regelung betroffen sein.

PORSCHE: Der Sportwagenbauer kündigte im November an, die Produktion im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen bis Ende Januar für insgesamt acht Tage ruhen zu lassen. Davon seien rund 2500 der insgesamt 4800 Mitarbeiter des Werkes betroffen.

OPEL: Ein Rahmenabkommen mit dem Mutterkonzern GM soll für die europäischen Standorte flexible Lösungen schaffen, um auf die Krise reagieren zu können. Arbeitszeitreduzierung, Langzeit-Urlaub und Kurzarbeit sollen danach vom Unternehmen bezuschusst werden. Die Weihnachtsferien in der Opel Eisenach GmbH wurden auf vier Wochen ausgedehnt, die Produktion stand dort bis zum 12. Januar still, Anfang Februar soll sie erneut für eine Woche gestoppt werden.

FORD: Der US-Autobauer plant Kurzarbeit in seinen deutschen Werken in Köln und Saarlouis. Der genaue Umfang ist nach Firmenangaben noch unklar, die Verhandlungen mit dem Betriebsrat laufen derzeit. Im Kölner Motorenwerk hatte Ford bereits im vergangenen November für einige hundert Mitarbeiter auf Kurzarbeit umgestellt.

MAN: Auch der Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern fährt nach dem Einbruch auf dem Lastwagen-Markt seine Produktion zurück und vereinbarte Kurzarbeit für 9400 Beschäftigte. Dazu kommt der Abbau von Arbeitszeitkonten und die Nutzung anderer Arbeitszeitmodelle.

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