Kunstprojekt rückt Donautalmaler in den Fokus

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Der Heimat-Begriff steht bei der intermedialen Lesung im Ifflinger Schloss im Mittelpunkt.
Der Heimat-Begriff steht bei der intermedialen Lesung im Ifflinger Schloss im Mittelpunkt. (Foto: Simon Schneider)
Simon Schneider

Die Werke von Hans Bucher können im Rahmen der Ausstellung „Wunder Hunger“ bis einschließlich 9. November immer samstags, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr im Künstlerhaus „Scharf Eck“ in Fridingen begutachtet werden.

FRIDINGEN – Rund 120 Interessierte haben eine etwas andere Ausstellungseröffnung im Museum Oberes Donautal in Fridingen erlebt, die den Maler Hans Bucher, sein Leben und den Heimat-Begriff auf verschiedene Arten in den Mittelpunkt gerückt hat.

Die Erinnerung an den Donautalmaler Hans Bucher, der im Oktober 2002 verstorben war, ist gelungen - und das auf eine ganz ungewöhnliche Art. Der Anlass: die Eröffnung der Ausstellung „Wunder Hunger“, die über zwei Monate lang von Jeremias Heppeler und seinem Vater Christof vorbereitet wurde.

Den Auftakt machte ein Kurzfilm in schwarz-weiß: Szenen einer Autofahrt durch Fridingen, eines Einkaufs im Supermarkt, oder der Erkundung des Knopfmacherfelsens.

Hommage an den Künstler

Szenen, dargestellt von den Schauspielern des Theaters Lindenhof, Berthold Biesinger und Gerd Plankenhorn, die Heimat bedeuten und zugleich Hommage an Hans Bucher sind. Sie sind angelehnt an das Filmmaterial aus dem Bestand des Künstlers, gefilmt vor mehreren Jahrzehnten und bei der Eröffnung erstmals der Öffentlichkeit gezeigt.

Im Anschluss erlebten die Zuhörer eine intermediale Lesung, fokussiert auf Heimat, Kultur und Brauchtum, dargeboten von den Schauspielern. Um die Lesung szenisch zu verstärken, integrierte Christof Heppeler mehrere handgemachte Klänge. Auf einem umgedrehten vibrierenden Heuaufzug und einer elektrisch angebrachten Tonabnahme in Kombination mit mehreren Audioeffekten aus dem Laptop, drückte er der Lesung einen dramatischen Stempel auf.

Im Hintergrund liefen die original Filmaufnamen von Hans Bucher, die beispielsweise Abrisse alter Gebäude in Fridingen zeigten. Die Zuhörer blickten zunächst verwundert, ihr großer Applaus am Ende der Lesung lässt aber auf eine gelungene Darbietung schließen. Biesinger und Plankenhorn, diesmal verkleidet als Straßenkehrer im typisch orangenen Bauhof-Outfit, scheuchten die Zuhörer danach aus dem Ifflinger Schloss. Die Schauspieler hatten dort Stoff für weitere Lacher parat. Im Mittelpunkt standen dabei mehrere Schaffenswerke und Charaktereigenschaften von Bucher, die die beiden Theaterleute im klassischen schwäbischen Dialog witzig und kurzweilig erzählten. So erfuhren die Zuhörer, dass es bei Bucher künstlerische Freundschaften nur in ganz kleinem Kreis gegeben hätte und er mit seinen Bildern von Ausstellungen und der Öffentlichkeit lange Abstand gehalten hätte.

Projekt wird wiederholt

Initiator Heppeler bedankte sich unter anderem bei der Hans-Bucher-Stiftung, die diese Ausstellungseröffnung in Form des Kunstprojekts möglich gemacht habe. Dieses soll am 8. November wiederholt werden.

Die Werke von Hans Bucher können im Rahmen der Ausstellung „Wunder Hunger“ bis einschließlich 9. November immer samstags, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr im Künstlerhaus „Scharf Eck“ in Fridingen begutachtet werden.

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