Kultur-Marathon zu Haydns 200. Todestag

Lesedauer: 5 Min
Deutsche Presse-Agentur

Zwischen Wien und der österreichischen Grenze zu Ungarn liegt Eisenstadt. Der beschauliche Ort mit seinen Kopfsteinpflasterstraßen und dem strahlenden Esterházy-Prunkschloss ist die Landeshauptstadt des Burgenlandes.

Wer hier durch die Gassen schlendert, wird eher selten auf Touristen treffen. Im kommenden Jahr soll das anders werden. Dann ist „Haydn-Jahr“: Am 31. Mai 2009 jährt sich der Todestag des Begründers der Wiener Klassik und Komponisten der deutschen Nationalhymne zum 200. Mal.

„Haydn und Eisenstadt, das ist wie Mozart und Salzburg“, sagt der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl. Mehr als 30 Jahre lebte Haydn in dem damals zu Ungarn gehörenden Ort als Hofmusiker der Fürstenfamilie Esterházy. Viele seine Werke wurden hier komponiert und in Schloss Esterházy uraufgeführt. Dem burgenländischen Tourismusverband bietet das Haydn-Jahr eine besondere Gelegenheit, auf Eisenstadt und die Region aufmerksam zu machen. Die Verantwortlichen haben ein Kulturprogramm zusammengestellt, das sich über mehrere Monate hinziehen wird.

Der Startschuss fällt am 31. März, Haydns Geburtstag: Im Haydnsaal des Schlosses Esterházy dirgiert Nikolaus Harnoncourt gleich vier Symphonien des Komponisten. An den Osterfeiertagen vom 9. bis 12. April können Musikliebhaber Haydns Sakralmusik in der Bergkirche, der Kapelle des Schlosses Esterházy und im Eisenstädter Dom erleben. Weitere Höhepunkte sind die Kammermusik-Konzerte „Triothlon“ Anfang Mai, die musikalischen „Gedenktage“ rund um Haydns Todestag Ende Mai, ein symphonisches Festival namens „Sturm & Drang“ im Juni und die „Internationalen Haydntage“ im September.

Die Ausstellung „Phänomen Haydn“ zeigt, welchen Einfluss Eisenstadt auf Haydns Persönlichkeit und seine Arbeit hatte. Von April bis Mitte November kann man an den vier Ausstellungsstätten - Schloss Esterházy, Haydn-Haus, Diözesanmuseum und Landesmuseum Burgenland - die Lebenswelt des Künstlers in allen Facetten kennenlernen. Zudem bietet der Tourismusverband Stadtführungen und Themenführungen innerhalb der Ausstellungen an.

Stolz sind die Burgenländer auf ihre Küche und ihre Weine, die sich in den vergangenen Jahren nicht nur bei ausgewiesenen Weinkennern einen Namen gemacht haben. Der Genuss- und Ökotourismus ist in der Region stark im Kommen. Berufen können sich die Burgenländer dabei auch auf Haydn, der ein Weinliebhaber war. Einen Teil seines Gehalts bekam der Komponist in Wein ausbezahlt, zum Abendessen gab es bei ihm nur Brot und Wein. Zum Jubiläumsjahr darf ein eigener Haydn-Tropfen nicht fehlen. Das Etikett der Flasche mit der Aufschrift „Die Schöpfung“ ziert ein Konterfei des Komponisten.

Es lohnt sich auch ein Abstecher ins Nachbarland: Das ungarische Sopron, wo sich eine weitere Depandance der Esterházy-Familie befand, ehrt seinen früheren Stammgast von Ostern bis Dezember ebenfalls mit einem Musikprogramm. So sind zum Beispiel mehrere Haydn-Konzerte im dortigen Estherházy-Palais geplant. Von Sopron ist es nicht weit bis zur prunkvollen Sommerresidenz der Fürsten Esterházy bei Fertöd, wo Haydn einige Zeit beschäftigt war.

Informationen: Eisenstadt Tourismus, Hauptstraße 35, A-7000 Eisenstadt; Telefon von Deutschland: 0043/2682/70 51 55, E-Mail: tourismus@eisenstadt.at.

Infos zum Haydn-Jahr 2009: www.haydn2009.at

Reise-Infos zu Eisenstadt: www.eisenstadt-tourism.at

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen